Wien. Für viele Menschen fühlt sich das Leben teurer an, als die niedrige Inflations-Statistik verheißt. Vor allem dann, wenn sie eine neue Wohnung suchen. Obwohl die Preise im vergangenen Jahr durchschnittlich nur um zwei Prozent wuchsen, ist der Preisauftrieb beim Wohnen exorbitant: In nur fünf Jahren stiegen die Mieten in Österreich um 13 Prozent. Für Hauptmieten im privaten Sektor bezahlte man 2013 sogar um 17,2 Prozent mehr als im Jahr 2009.

Am teuersten kommt es, wenn man neue, befristete Verträge abschließt. Vergleichsweise günstig wohnt man im Gemeindebau. Die Zahlen gab die Statistik Austria am Montag bekannt.

28 Prozent des Einkommens für die Miete
Aus anderen Erhebungen der Statistikbehörde geht hervor, dass die Gehälter zwischen 2008 und 2013 um 13,4 Prozent (Tariflohnindex) anstiegen. Das bedeutet, dass Wohnen tatsächlich immer teurer wird. Besonders für jene, die auf dem freien Markt nach Wohnraum suchen. Mieter im privaten Sektor müssen mittlerweile 28 Prozent ihres verfügbaren Haushaltseinkommens an die Wohnungseigentümer überweisen. Im Jahr 2009 waren es noch 25 Prozent. Im Durchschnitt stieg die Zahl von 23 auf 25 Prozent an. In "Ein-Eltern-Haushalten" – also etwa für eine alleinerziehende Mutter mit Kind - kletterte der Anteil der Wohnkosten mit 31 Prozent auf fast ein Drittel des Haushalteinkommens.

Gemeindewohnungen bleiben vergleichsweise billig
Im privaten Sektor erhöhte sich der Quadratmeter-Preis von 6,6 auf 7,8 Euro. Am teuersten ist das Wohnen in befristeten Mietverhältnissen, hier müssen durchschnittlich 8,7 Euro pro Quadratmeter bezahlt werden.

Die Preissteigerungen bei Genossenschaftswohnungen waren mit 10 Prozent im selben Vergleichszeitraum deutlich geringer. Und für Gemeindewohnungen musste im Jahr 2013 nur um 8,3 Prozent mehr bezahlt werden als noch 2009.

8 Euro pro Quadratmeter in Wien
In Wien beträgt der Durchschnitts-Mietpreis pro Quadratmeter 6,9 Euro. Private Hauptmieten schlagen in der Bundeshauptstadt mit durchschnittlich 8 Euro pro Quadratmeter zu Buche, Genossenschaftswohnungen mit 6,3 Euro, Gemeindewohnungen mit 5,9 Euro.

Bei den Zusatzkosten ergeben sich deutliche Unterschiede: Wer etwa das Glück hat, im Gemeindebau über einen Garagen- oder Abstellplatz zu verfügen, bezahlt dafür im Durchschnitt 43,2 Euro. Am freien Markt kostet ein Platz für das Auto um die 80 Euro.