Wien. Der IZD Tower steht dort, wo für die Wiener Transdanubien ist, also jenseits der Donau und auch etwas jenseits der Stadt. Man könnte aber auch sagen: Der Turm steht inmitten eines relativ neuen Bürodistrikts mit dem Anker der UNO-City als Mittelpunkt. Vor 14 Jahren ist der 34-stöckige Büroturm errichtet worden, seither wurde er dreimal verkauft. 2010 hat René Benkos Signa gemeinsam mit der R+V Versicherung aus Deutschland zugeschlagen. Der Kaufpreis lag bei 212 Millionen Euro, etwa 30 Millionen unter jenem Betrag, den der Vorbesitzer, der britische Fonds Matrix, im Jahr 2006 zahlte.

Dass es ein gutes Geschäft war, muss man im Fall von Benko kaum noch erwähnen. Der Tiroler ist gerade einmal 37 Jahre alt, seine Signa gibt es erst seit 2006, doch seither ist Benkos Imperium auf rund sechs Milliarden Euro angewachsen. Er hat unter anderem Karstadt übernommen und das "Goldene Quartier" auf der Tuchlauben in der Wiener City entwickelt.

Am Donnerstag ist Signa nun als einziges österreichisches Unternehmen genannt worden, die mit komplexen Finanzkonstruktionen in Luxemburg steuerschonend agiert haben sollen. Die geleakten Dokumente betreffen das Jahr 2010, als der IZD Tower erworben wurde. Aus den Papieren geht auch hervor, dass es bei der Konstruktion um den Kauf des Büroturms ging, er wird darin, im Jänner 2010, noch mit circa 220 Millionen Euro taxiert. Tatsächlich wurde der Kauf dann um ein paar Millionen weniger im Mai abgewickelt.

Hauskauf in Wien

Der IZD Tower in Wien.
Der IZD Tower in Wien.

In den Dokumenten ist zu lesen, dass Signa schon 2008 ein Joint Venture, einen Fonds, in Luxemburg gegründet hat. Bei Gründung der IZD Holding zwei Jahre später hielt dieser Fonds die Hälfte, für die andere holte sich Benko finanzkräftige Partner an Bord. So handhabte dies der Immobilieninvestor auch bei anderen Geschäften. Zu Beginn seiner Karriere war dies etwa vor allem der Tankstellen-Erbe Karl Kovarik, mit dem Benko schon früh große Projekte stemmen konnte. Im Fall des IZD Towers war der Partner die R+V Versicherung aus Wiesbaden.

Die in Luxemburg ansässige IZD Holding hält derzeit 99,8 Prozent der Anteile der Office Tower IZD GmbH mit Sitz in Wien, sie ist Eigentümerin des Büroturms. Dass eine heimische Firma ausländische Gesellschafter hat, ist in globalisierten Zeiten wie diesen nicht sehr aufregend. Bemerkenswert wird das Ganze, wenn man einen Blick in die Bilanz der Gesellschaft wirft.