Wien. (sir) Peter Westenthaler wird bis ins neue Jahr auf ein Urteil im Prozess gegen ihn warten müssen. Für 4. Dezember wurden Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser sowie dessen damaliger Büroleiter Matthias Winkler als Zeuge geladen, es musste daher ein weiterer Verhandlungstermin gefunden werden. Es wird dies der 13. Jänner werden.

Grasser und Winkler sollen in dem zweigeteilten Verfahren zur Causa Bundesliga befragt werden, Westenthaler sowie sein damaliger Vorstandskollege Thomas Kornhoff sollen eine öffentliche Förderung zweckwidrig zur Begleichung einer Finanzschuld verwendet haben, sie sind wegen Betrugs angeklagt, weisen jegliche Schuld von sich. Das Finanzministerium hatte eine wesentliche Rolle gespielt, da sich Sportstaatssekretär Karl Schweitzer gegen die Förderung ausgesprochen hatte. Das Finanzministerium drängte weiter - und bekam sie durch den Nationalrat durch ein Budgetüberschreitungsgesetz. Warum die Förderung gerade dem für den Sport nicht zuständigen Finanzministerium so wichtig war, soll am 4. Dezember geklärt werden.

Im Auftrag gehandelt

Am Mittwoch wurde der Westenthalers Ex-Intimus Kurt Lukasek als Zeuge befragt, er wurde via Skype aus Abu Dhabi zugeschaltet, dort lebt Lukasek heute und handelt mit Flugzeugen, wie er erzählte. Die Erinnerung und die Genese dieser Förderung ließ Lukasek dort im Stich, wo es heikel wurde, nämlich bei Korrespondenzen zu der Förderung mit dem Finanzministerium, die über ihn gelaufen waren. Er, Lukasek, habe immer nur "im Auftrag" gehandelt. Wie dann auch ein paar Jahre später, als er samt Westenthaler zum BZÖ weiterzog.

Beim zweiten Komplex im Prozess geht es um ein Gutachten zu Responsible Gaming, das Lukasek verfasst hat und für das die Lotterien 300.000 Euro bezahlt haben. Eine stolze Summe für ein dünnes Gutachten, noch dazu, da die Lotterien eine eigene Abteilung dazu haben. "Es war ein Standpunkt", erklärte Lukasek. Es war ja bereits Wahlkampf. Doch warum sollen die Lotterien dafür zahlen, noch dazu 300.000 Euro, nur um zu wissen, wie das BZÖ zum Thema Spielerschutz steht? Am Donnerstag geht es in dieser Causa mit Befragungen der Lotterien-Vorstände Friedrich Stickler und Bettina Glatz-Kremsner weiter.