Wien. Die Grünen wollen bei den kommenden vier Landtagswahlen im Burgenland, der Steiermark, Oberösterreich und Wien ihre Erfolgsserie fortsetzen und die FPÖ nachhaltig von der Macht fernhalten. Diese Devise gab Bundessprecherin Eva Glawischnig am Sonntag beim Bundeskongress ihrer Partei in Wien aus. Die Grünen Fantasien gingen aber noch weiter: Eine Bemerkung Glawischnigs in Richtung Hofburg sorgte für lang anhaltenden Applaus.

"Wenn man Schaden von diesem Land abwenden will in Zukunft, dann darf man die Freiheitlichen nie wieder regieren lassen", meinte Glawischnig. Sie sprach vom wachsenden Vertrauen der Bevölkerung in die Grünen, mit dem man behutsam umgehen müsse. Es gehe um die Glaubhaftigkeit der politischen Konzepte vom Umwelt- und Klimaschutz über Unbestechlichkeit und "saubere Hände" bis zur Kompromisslosigkeit im Bereich der Menschenrechte und der Flüchtlingspolitik. "Bleiben wir ungeduldig", sagte sie.

Wetten auf die Frauenquote
Als Beispiel für mangelnde Glaubwürdigkeit nannte Glawischnig den "situationselastischen" Umgang der SPÖ mit ihrer eigenen Frauenquote. Im Jahr 2006 habe der damalige SP-Chef Alfred Gusenbauer mit seinem grünen Gegenüber Alexander van der Bellen um eine Flasche steirischen Schnaps gewettet, dass seine Partei im folgenden Jahr die 40-Prozent-Hürde nehmen würde - was bis heute aber nie geschafft wurde.

Bekommen habe Van der Bellen den Schnaps nie. "Du, vielleicht schickt ihn dir Gusenbauer dann in die Hofburg", sagte sie zu ihrem Vorgänger an der Parteispitze, der eine verbindliche Äußerung zu einer möglichen Kandidatur bisher verweigert hat. Begeisterter Applaus war die Folge. "Das war eindeutig", meinte Glawischnig.

Van der Bellen will sich noch nicht entscheiden
Der frühere Bundessprecher ließ die Entscheidung über ein Antreten offen, fünf bis sechs Monate zuvor sei der richtige Zeitpunkt dafür, sage er zur APA: "Wenn jetzt Wahlen wären, hätte ich eine relativ gute Chance." Das nütze ihm aber nichts, schließlich werde erst in eineinhalb Jahren gewählt.

Kandidieren will Van der Bellen nur, wenn er es 2016 tatsächlich in die Hofburg schaffen könnte. "Wenn, finde ich, dann muss man es auch wollen, eine realistische Chance haben." Noch zeichne sich nicht ab, gegen wen er dann antreten würde. Es gebe auch weitere Entscheidungskriterien, verwies der 70-Jährige etwa auf sein Alter.

Am Programm stand am Sonntag noch ein Antrag "für fairen und vernünftigen Handel", in dem die Bundesregierung zu Aktivitäten gegen das EU-USA-Abkommen TTIP und andere Freihandelsabkommen aufgefordert wurde. Zu Wort meldete sich dazu die deutsche EU-Mandatarin Ska Keller, die die wachstumsorientierte europäische Handelspolitik kritisierte.