Wien/Astana. Eine PR-Agentur hat laut einem Bericht des Magazins "Datum" jahrelang im Internet eine Negativkampagne gegen den in Österreich wegen Mordes angeklagten ehemaligen kasachischen Botschafter Rakhat Aliyev geführt. Dies sei im Auftrag der Rechtsanwaltskanzlei Lansky, Ganzger und Partner, die die Witwen der mutmaßlichen Opfer vertritt, geschehen. Die Kanzlei sprach von objektiver Information.

Zwischen 2011 und 2013 seien tausende Postings auf Deutsch und auf Russisch in verschiedensten Internetforen zu Aliyev veröffentlicht worden. Dies sei eine "Rufmordkampagne" und ein einmaliger "Fall in der heimischen Justizgeschichte", so Aliyevs Anwalt Manfred Ainedter im am Freitag erscheinenden "Datum". Gabriel Lansky nannte die von der Wiener PR-Agentur Modern Mind Marketing alias Mhoch3 durchgeführte und vom ehemaligen "News"-Chefredakteur und jetzigen PR-Berater Herbert Langsner eingefädelte Aktion jedoch "das Kommunizieren von Tatsachen."

"Tarnorganisation des kasachischen Geheimdienstes"
Begonnen habe die Kampagne im Sommer 2011, kurz nachdem in Österreich Ermittlungen gegen den damals auf Malta lebenden Aliyev wegen Mord- und Geldwäschevorwürfen eingeleitet worden seien. Menschenrechtsanwalt Lansky, der auch Präsident der Österreichisch-Kasachischen Gesellschaft ist, vertrat zu diesem Zeitpunkt den Verein Tagdyr ("Schicksal"), hinter dem offiziell Armangul Kapasheva und Sholpan Khasenova, die Witwen der ermordeten Banker Zholdas Timraliev und Aybar Khasenov standen. Laut Oberlandesgericht Wien ist der Opferverein jedoch eine "Tarnorganisation des kasachischen Geheimdienstes".

Modern Mind Marketing sei darauf spezialisiert im Internet Mitarbeiter als anonyme Poster agieren zu lassen, schreibt "Datum". So seien 2011 Kampagnen für die ÖBB, die Bank Austria und die ÖVP Wien durchgeführt worden. Am 1. September 2011 sei die Kampagne gegen Aliyev für monatlich 10.000 Euro begonnen worden. Langsner, habe den Vertrag, in dem er auch als "Ansprechpartner" seitens der Anwaltskanzlei angeführt wurde, unterzeichnet.

Das kommunizieren von Tatsachen

Aliyev sei nicht diskreditiert worden, zeigte sich Langsner im "Datum" überzeugt. Es seien nur "die objektiven Verdachtsmomente, die auch die Staatsanwaltschaft Wien festgestellt hat, kommuniziert" worden, um das falsche Bild vom Oppositionellen, das Aliyev mit Millionen Euro produziert habe, zu korrigieren.