Gleichzeitig begünstigen milde Winter die Fortpflanzungsfähigkeit der Borkenkäfer, was wiederum der Forstwirtschaft schadet. Seit dem Jahr 2000 haben die rotbraunen Käfer, deren Larven sich durch Rinde oder Holz fressen, 20 Millionen Festmeter Holz befallen. Der Schaden beträgt schon jetzt mehr als 500 Millionen Euro.

Die durch den Klimawandel bedingten Wetterkapriolen haben aber auch Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Diese würde vorerst aufgrund der längeren Vegetationsperioden florieren, die Steigerung der Wertschöpfung wird in der Studie auf rund 120 Millionen Euro geschätzt. Sobald aber die Extreme wie Hochwasser und Dürre häufiger werden, summieren sich die Unwetterschäden. Im von Wetterkapriolen gebeutelten Jahr 2013 zum Beispiel betrugen die durch Schäden verursachten Kosten laut Hagelversicherung 240 Millionen Euro. Also doppelt so viel wie die geschätzte Steigerung der Wertschöpfung.

Setzt man die richtigen Maßnahmen, könne man all diese Prognosen aber zum Besseren wenden, so Rupprechter. An erster Stelle stehe die Reduktion der Treibhausgas-Emission in Verkehr und Industrie. Gleichzeitig müsse man Vorkehrungen treffen, um der Auswirkung auf Umwelt und Wirtschaft vorzubeugen. Auf die Frage, wie diese denn konkret aussehen, verwies Rupprechter allerdings auf die laufenden Gespräche mit den Ländern. Diesen wolle er nicht vorgreifen.

Für die Grünen sind die präsentierten Zahlen jedenfalls "in höchstem Maße alarmierend". "Das Klimamaßnahmenprogramm des Umweltministers ist mit 31. Dezember ausgelaufen. Neue Maßnahmen sind weder vorgestellt, noch finanziert, noch beschlossen. So haben wir zwar ein Klimaschutzgesetz, aber keine Umsetzungsmaßnahmen", so Umweltsprecher Christian Brunner.

Die Umweltschutzorganisation Global 2000 erinnerte daran, dass die Kohleverstromung nicht länger steuerlich begünstigt werden sollte. Sie fordert "eine starke ökologische Komponente in der geplanten Steuerreform".