Wien. Die Grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig hält in Sachen Zentralmatura die zuständige Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek für "rücktrittsreif" und stellt einen Misstrauensantrag in Aussicht. Als Reaktion auf ihre Aussagen hat SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos die Grünen-Chefin aufgefordert, "die Panikmache in Sachen neue Matura endlich zu beenden". Das "wichtige Reformprojekt" Zentralmatura sei ein "Verdienst der Bildungsministerin", hielt er fest, und die Grünen sollten "aufhören, auf Kosten von Schülerinnen und Schülern Wahlkampf zu betreiben".

"Durchführung der Zentralmatura ist eine Katastrophe"

Die Durchführung der Zentralmatura "ist dermaßen eine Katastrophe", beklagte Glawischnig: "Ich kann nur sagen, die Ministerin ist aus meiner Sicht rücktrittsreif. Sie fährt sehenden Auges mit diesen Kindern an die Wand." Die Grünen bereiten daher für die nächste Nationalratssitzung einen Misstrauensantrag vor, präzisierte ihr Sprecher im Anschluss an die Sendung auf Anfrage. Heinisch-Hosek solle noch den von den Grünen geforderten "Notfallplan" - die Einbeziehung der Noten der 8. Klasse für die Matura-Bewertung - unterzeichnen und dann das Feld räumen, wünscht sich die Grüne Frontfrau.

Auch andere Parteien reagierten kritisch auf den Auftritt Glawischnigs in der ORF-"Pressestunde". FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl attestierte ihr "Realitätsferne" und "Wegschauen" in der Integrationsfrage ebenso wie beim Wiener Wahlrecht. Team Stronach-Klubobfrau Waltraud Dietrich sah im Grünen Wunsch nach Erbschaftssteuern eine "Enteignung durch die Hintertüre".