Wien. "Mit großer Sorge" verfolgt der Präsident der Universitätenkonferenz (Uniko), Heinrich Schmidinger, die Diskussion um Arbeitszeit und Gehälter der Spitalsärzte. Die den Uni-Kliniken dadurch entstehenden Kosten sollen aus den Zusatzmitteln in Höhe von 615 Millionen Euro finanziert werden, die die Unis 2016 bis 2018 vom Bund erhalten. "Die Folge könnte nur sein, dass die Universitäten von 2016 bis 2018 ein Reduktionsprogramm fahren müssen", befürchtet Schmidinger.

Sollten die Medizin-Unis die höheren Ärztekosten finanzieren müssen, bleibt ihnen selbst beziehungsweise den anderen Unis weniger aus den Zusatzmitteln übrig: "Wenn von den zugesagten 615 Millionen ein möglicherweise dreistelliger Millionenbetrag wegkommen sollte, können den 21 öffentlichen Universitäten nicht einmal die üblichen Kostensteigerungen abgegolten werden."

Mitterlehner stellt
Lösung in Aussicht

Mit den zusätzlichen 615 Millionen Euro könne gerade einmal die Fortsetzung des laufenden Uni-Betriebs sichergestellt werden. Die eigentliche Forderung der Rektoren nach zusätzlichen 1,6 Milliarden Euro habe man ohnehin "aufgrund der dramatischen Budgetsituation des Bundes und der mittlerweile erfolgten Verschiebung der Studienplatzfinanzierung auf 2019 markant reduziert", so Schmidinger.

Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner zeigt sich zuversichtlich: "Wir werden eine gute Lösung für alle Beteiligten finden", so der ÖVP-Minister in einer Stellungnahme. Die Grüne Wissenschaftssprecherin Sigrid Maurer wirft Mitterlehner vor, die Universitäten "für dumm" verkaufen zu wollen. Eine Reduktion der Uni-Budgets um den Betrag der zusätzlichen Ärztegehälter sei "inakzeptabel". Die Finanzierungszusage Mitterlehners entpuppe sich "als PR-Show".