Bestens informiert sind die Hans-Dampfer der Shisha-Szene über ein deutsches Gerichts-Urteil, das Wasserpfeifen mit Steinen trotz Rauchverbots erlaubte. "Wir orientieren uns doch immer an Deutschland", klammert sich Lee an seine Wasserpfeife wie an einen rettenden Strohhalm. Doch das generelle Dampfverbot macht die Hoffnung zunichte. "Das Urteil ist nicht mit unserer Rechtslage vergleichbar", sagt das Ministerium. Das Gesetz verbaut auch ein weiteres Schlupfloch, das in der Shisha-Szene erwogen wird: die Umgründung der Shisha-Bars in Vereine. "Klargestellt wird auch, dass sich das Rauchverbot auch auf Vereins- und Versammlungslokale erstreckt, unabhängig davon, ob gerade eine öffentliche Veranstaltung stattfindet", heißt es im Gesetz. Somit fallen in Wien nicht nur die 50 Lounges, sondern alle 200 Shisha-Klubs unter das Verbot. Und weiter: "Die Gründung eines Vereins zur Umgehung eines Gesetzes ist gemäß Vereinsrecht sittenwidrig. Folglich ist die Vereinsgründung mit diesem Ziel nicht erlaubt."

Betroffen ist auch Nancy Friedenthal vom gleichnamigen Tabakfachgeschäft im Westbahnhof. Sie hat sich auf Shisha-Tabak wie den beliebten Al Fakher aus Dubai und auf Shisha-Zubehör spezialisiert. "Ich finde das schade. Die jungen Leute sitzen gerne in Shisha-Bars zusammen. Das ist etwas sehr Soziales und besser, als wenn sie saufen gehen oder sich zudröhnen. Tragisch ist das auch für die jungen Migranten, die viel Geld investiert haben. Einer dieser jungen Männer hat gerade erst vergrößert."

Maßlos enttäuscht sind die Jungunternehmer von der Politik und Wirtschaftskammer. "Zu uns ist nie jemand gekommen. Setzen sich die Schwarzen nicht für die Unternehmen ein? Erst vor einem Jahr haben sie uns ein Werbeplakat für die Beibehaltung der Raucherzonen vorbeigebracht und uns brutal gesagt, dass das so bleibt", sagt Lee. "Und wir haben drauf vertraut." Auf Nachfrage geht der Gastro-Chef Helmut Hinterleitner gar nicht erst auf das spezielle Schicksal der Shisha-Bars ein, sondern wettert allgemein gegen das Rauchverbot.

Kampflos will man sich nicht geschlagen geben. "Wir werden uns mit anderen Shisha-Lokalen zusammentun und rechtlich etwas tun. Vielleicht gehen wir auch auf die Straße", sagen die Erkurts. Die letzten Rauchzeichen der Shisha-Szene?