Wien. Im April hat der deutsche Bundestag ein Gesetz gegen die Ausreise von Dschihadisten beschlossen. Wer sich ins Gebiet der Terrororganisation IS aufmacht, landet in Untersuchungshaft; wer Geld an IS überweist, macht sich der Terrorfinanzierung strafbar.
So weit, so normal in Österreich. Der kleine Nachbar hat pro Kopf nicht nur mehr "Foreign Fighters", sondern auch die schärfsten Paragrafen-Waffen gegen sie.

Alles dreht sich um den "Terrorparagrafen" 278 des Strafgesetzbuches. Kündigt ein IS-Fan bloß die Reise nach Syrien per SMS an, kann das für eine Verurteilung genügen, weil er die Terroristen "moralisch stärkt". Die Anwälte der vermeintlichen "Heiligen Krieger", "Terrorbräute" oder "Hass-Prediger" kämpfen nicht nur gegen den "278er", sondern auch gegen ein mediales Klima der Vorverurteilung. Warum wagen sich die Advokaten auf das neue Feld des Austro-Dschihadismus und wie wollen sie ihre Mandanten freiboxen?