Der Kontakt

Ein Bewährungshelfer eines 14-jährigen verdächtigen Dschihadisten kontaktierte ihn. Mayer begann selbst als Bewährungshelfer.

Der Fall

Sein 14-jähriger Mandant steht im Verdacht, ein Bombenattentat auf den Wiener Westbahnhof geplant zu haben. Beim Österreicher mit türkisch-alevitischem Migrationshintergrund wurden Bombenbaupläne gefunden und Gespräche mit vermeintlichen Terroristen aufgezeichnet.

Die Strategie

"Das Strafrecht kann Überzeugungstäter nicht abschrecken", sagt Mayer überzeugt. Man muss Radikalisierung durch eine Gegenpropaganda aufheben oder verhindern. Mayer wird das jugendliche Alter des 14-Jährigen ins Treffen führen, dem im Mai der Prozess gemacht wird. "Jeder hat in diesem Alter eine Rechnung offen und träumt von Gewalt, schnellem Sex und einer starken Gruppe." Bleiben die Bombenbaupläne am Computer des Teenagers und die Kontakte zur Terrorgruppe. Ein Freispruch ist deswegen unwahrscheinlich. Mayer wird auf eine kurze Bewährungsstrafe im betreuten Wohnen plus psychische Betreuung setzen. "Für meinen Mandanten wäre jeder Tag Haft schlecht."

Das Motiv

Mayer arbeitet seit 34 Jahren mit jugendlichen Straftätern. Schon früh interessierte ihn die Frage, warum Jugendliche einer Ideologie erliegen und bereit sind, dafür zu sterben. Mit dem Dschihadismus sei diese Frage aktueller und brennender denn je. Mayer glaubt, dass die Anziehungskraft der IS-Propaganda auf Jugendliche stark bleiben wird. "Der westlichen Gesellschaft fehlt die überzeugende Gegenpropaganda."