Madrid/Abidjan. Das Scanner-Foto des zusammengekauerten Kindes ging um die Welt. Es zeigte ausssagekräftig die ganze Tragödie von Flucht und dem verzweifelten Entrinnen aus einer perspektivlosen  Zukunft. Nun haben Spaniens Behörden dem kleinen Buben aus der Elfenbeinküste eine Aufenthaltsgenehmigung ausgestellt, der von Grenzern an der Exklave Ceuta in einem Koffer entdeckt worden war. Die Genehmigung gelte für den Achtjährigen vorerst für ein Jahr. Sie solle es dem Buben ermöglichen, bei seiner in Spanien lebenden Mutter zu sein.

Der festgenommene Vater bleibe demnach allerdings in Haft. Die Guardia Civil der spanischen Exklave in Marokko hatte das Kind am 7. Mai bei einer Kontrolle in dem Gepäckstück entdeckt, in dem er von Kleidungsstücken bedeckt kaum atmen konnte. Eine 19-jährige Frau hatte den Koffer bei sich und wurde bei der Einreise auf dem Fußweg in das spanische Hoheitsgebiet kontrolliert. Noch am selben Tag nahm die Polizei den Vater fest, als dieser den gleichen Grenzübergang überqueren wollte.

Bub durfte nicht zu den Eltern kommen

Die Eltern leben als Einwanderer auf der zu Spanien gehörenden Inselgruppe Kanaren vor der afrikanischen Westküste. Für ihren Sohn erhielten sie dort jedoch keine Aufenthaltsgenehmigung. Diese stellten die Behörden dem Kind aufgrund "außergewöhnlicher Umstände" nun aus, sagte ein Sprecher der Präfektur Ceuta der Nachrichtenagentur AFP. Es sei davon auszugehen, dass in einem Jahr ein Antrag auf Erneuerung gestellt werde.

Der Vater bleibt jedoch weiter in Haft. Für den Richter hätten sich die Umstände, die zu seiner Festnahme geführt hätten, "nicht geändert", teilte das zuständige Gericht in Andalusien mit. Dabei handle es sich um eine anhaltende Fluchtgefahr und die Tatsache, dass er einen Minderjährigen durch den Transport im Koffer gefährdet habe. Zudem warte das Gericht noch das Ergebnis eines DNA-Tests ab, der die Verwandtschaft des Kindes zum Vater überprüfen soll.