In Graz wurde im März nicht gewählt, dort soll das erforderliche Grundmandat für den Landtag erobert werden. Dort ist es mit 6,5 Prozent am billigsten. "Wir werden einziehen", ist sich der Unternehmer sicher. Bei der Nationalratswahl 2013 wählten sieben Prozent der Grazer pink.

Früher war Trummer ÖVP-Mitglied und in seiner Studienzeit bei der VP-nahen Aktionsgemeinschaft aktiv. Ausgetreten ist er, als Studiengebühren eingeführt wurden. Heute kämpft er für sie. "Die Zeiten haben sich geändert", sagt er. "Ich trete für nachgelagerte Gebühren ein. Die zahlt man erst später". Dadurch sollen sich Uni-Finanzen verbessern und die Ausbildung.

Pinkes Programm sind außerdem die Senkung der Lohnnebenkosten, der Ausbau der Kinderbetreuung oder die Steuerautonomie für die Bundesländer. Privatisieren möchten die Neos zudem den landeseigenen Energiekonzern. 300 Millionen sollen dann in einen Zukunftsfonds fließen.

Große Hoffnungen setzt auch das Team Stronach in die Steiermark, ist Frank Stronach dort doch vielfacher Arbeitgeber. Zum Start wurde Spitzenkandidat Wolfgang Auer nach kritischen Tönen in Richtung des Parteigründers per Aussendung durch den früheren ÖVP-Bauernbündler Josef Kaltenegger (52) ersetzt. Mit den 9,97 Prozent, die das Team bei der Nationalratswahl 2013 in der Steiermark lukrierte, darf es laut Umfragen nicht rechnen. Glaubt man diesen, geht sich der erste Landtags-Einzug nicht aus.

"Umfragen sind mir so wurscht, wie wenn ein Radl‘ in China umfällt", sagt Kaltenegger. "Am Sonntag liegen die Karten auf dem Tisch. Bei Umfragen sind die Menschen nicht ehrlich".

Kaltenegger möchte in der Verwaltung sparen und "am besten für jedes Gesetz hundert andere streichen". Es sei in der Steiermark eine "Diktatur der Minderheiten". Außerdem brauche es eine Steuererleichterung. Ab dem zweiten Kind sollen die Partner-Einkommen gemeinsam versteuert werden. Und Unternehmen, die ihren Gewinn im Inland investieren, sollen nur 10 Prozent Steuern zahlen und diese an ihre Mitarbeiter ausschütten. "So kurbelt man die Wirtschaft an und schafft Jobs", sagt er. "Irgendwie muss man die fünf Milliarden Schulden in der Steiermark ja abbauen." Er fordert außerdem, dass ein Drittel der 150 Nationalrats-Mandatare direkt vom Volk für maximal eine Amtsperiode gewählt werden soll. "Damit das Herz ins Parlament zurückkehrt."

Ein Herz nimmt sich auch der Landschaftsgärtner und Grünen-Spitzenkandidat Lambert Schönleitner (44). Er möchte "zweistellig" werden. Dafür müssten sich die Grünen-Stimmen gegenüber den 5,55 Prozent aus 2010 beinahe verdoppeln - und ihren Rekordwert von 5,61 Prozent aus 2000 weit überbieten. Bei den Umfragen liegen die Grünen bei sieben bis acht Prozent. Aber die Nationalratswahl 2013 machte Hoffnungen: Da wurden sie Erste vor der FPÖ in der Landeshauptstadt. "Nummer eins in Graz" ist Schönleitners zweites Ziel.

Mit Hypo, Bildung und Bio spielen sie Themen wie in jedem Bundesland. Kein Angriff auf die Reformpartnerschaft? "Sie haben nicht alles schlecht gemacht", sagt er. Die Gemeindefusionen wären richtig gewesen. "Das wurde aber über die Bürger hinweg entschieden." Die Schulden seien seit Voves‘ Übernahme 2005 zudem auf fünf Milliarden gestiegen. In der Verwaltung etwa seien zwar die Abteilungen halbiert worden, aber nicht die Kosten.

Unter der Wahrnehmungsschwelle dümpeln die Piraten dahin. Der Spitzenkandidat und ehemalige Softwareentwickler Peter Pöschl (53) hetzt zwar von einem Infostand zum nächsten, trotzdem weiß kaum jemand, wer er ist. "Die Medien haben auf uns vergessen", sagt er. Mit einem Budget von 1500 Euro treten die Piraten auch nur in Graz an.

Bei allen Landes- und Bundeswahlen sank das Piratenschiff schon vor der Mandatshürde. Bei der Nationalratswahl 2013 kamen sie in Graz nicht einmal auf zwei Prozent. Themen wie Transparenz, Öffi-Ausbau und Arbeitszeitsenkung dürften auch diesmal zu wenig sein. Pöschl: "Wir waren jetzt im Fernsehen. Wir haben eine Chance. Und die Umfragen werden steiermarkweit durchgeführt. Da kennt uns ja keiner."