Wien/Salzburg. Im FPÖ-Bundesparteivorstand erfolgen am Dienstag die formalen Ausschlüsse jener Salzburger, die dem ehemaligen Salzburger Klubchef Karl Schnell folgen. Sie haben sich durch eine Neugründung in Salzburg "selbst aus der Partei genommen", erklärte Parteiobmann Heinz-Christian Strache.

Die Neuordnung in Salzburg sei mit Andreas Schöppl "auf Schiene", so Strache. Alle Vorfeldorganisationen und die Bezirke würden ihn unterstützen. Die FPÖ sei nicht auf "Mandatssicherung" aus. "Reisende soll man nicht aufhalten", kommentierte Strache die Anhänger Schnells: "Wir wollen einen ehrlichen und nachhaltigen Weg." In der Vorstandssitzung sollen die Ausschlüsse nun bestätigt werden. Gegen den von Schnell geplanten Parteinamen wolle man "selbstverständlich" vorgehen.

Dass Schnell ihn als "größenwahnsinnig" bezeichnet habe, wundert Strache. Hierbei verwechsle Schnell etwas und meine sich persönlich. Strache zeigte sich "sehr enttäuscht" vom ehemaligen Klubchef. Dieser habe parteischädigend gehandelt.

Die Vorgänge in Salzburg seien aber nur ein "Randthema". Man bespreche viele Themen, wie etwa die Landtagswahlen im Burgenland und der Steiermark, sowie die Fraktionsbildung im Europaparlament, die "endlich" gelungen sei, so der Parteiobmann. Dass in dieser Fraktion deutlich rechte Gruppierungen dabei sind, stört Strache nicht. Man habe Gemeinsamkeiten, die man vertrete und müsse nicht hundert Prozent übereinstimmen. Auch der stellvertretende Obmann und Dritte NR-Präsident Norbert Hofer betonte, es sei wichtig, als Bündnis in Europa aufzutreten. Man müsse nicht in jedem Punkt deckungsgleich sein.

Es sei "natürlich nicht angenehm, wenn man jemanden verliert, aber manchmal notwendig", meinte Hofer zu dem Verlust der Mandatare. Die Situation in Salzburg sei jedenfalls "äußerst besorgniserregend" gewesen. Eine Entscheidung sei notwendig gewesen, so Hofer.