Wien. Es gibt wieder eine neue Partei. "Die Freiheitlichen in Salzburg (FPS) - Liste Dr. Karl Schnell" wurde am Freitag dem Innenministerium gemeldet. Zeitgleich wurden dem Ministerium auch die Statuten der Partei übermittelt. Karl Schnell, der vergangenen Dienstag gemeinsam mit sechs weiteren Mandataren aus der FPÖ ausgeschlossen wurde, hat seine Ankündigung damit wahr gemacht.

Die neue FPS hat ihren Sitz in Salzburg, sie wird aber auch österreichweit auftreten. Die Statuten wurden so ausgestaltet, dass Gemeinde- und Bezirksorganisationen einen größtmöglichen Handlungsspielraum haben, sagte der neue Parteichef. Damit wolle er, Schnell, auch einem Diktat aus Wien vorbeugen.

FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache kündigte umgehend rechtliche Schritte an wegen des Wortes "Freiheitliche" im Parteinamen.

Eine klassische Parteispaltung wie die Abspaltung des BZÖ im Jahr 2005 von der FPÖ wird das vermutlich nicht, wenn man der Einschätzung des Politikexperten Thomas Hofer folgt. Er meint im Gespräch mit der "Wiener Zeitung", dass "Schnell bundesweit keine Chance hat". Der ehemalige FPÖ-Klubobmann im Landtag und Landesparteivorsitzende von 1992 bis 2013 sei zwar in Salzburg bekannt, bundesweit aber weitgehend ein unbeschriebenes Blatt. Wenn Schnell nicht einen bekannten Namen als Spitzenkandidat bei einer eventuellen bundesweiten Kandidatur gewinnen könne, sehe er keine Perspektive für die FPS im Nationalrat, sagt Hofer. "Mit Schnell als Spitzenkandidat hat die Partei keine Chance." Auch der in Tirol sehr populäre Fritz Dinkhauser habe auf Bundesebene nicht reüssieren können, erinnert Hofer an den wortmächtigen Ex-AK-Präsidenten aus Tirol. Abgesehen von der Popularität werde eine bundesweite Kandidatur auch finanziell schwer zu stemmen sein, sagte der Politikberater.