Wien. Frank Stronach hat am Montagabend im ORF-"Sommergespräch" nicht verraten, wie es mit dem Parlamentsklub seiner Partei weitergeht. Er verwies lediglich auf die für Dienstag anberaumte Pressekonferenz. In Oberösterreich werde das Team Stronach nicht antreten. Der dortige Parteichef Leo Steinbichler bleibe zwar im Team, könne aber nur mit einer Partei "ohne den Namen Stronach" kandidieren.

Am Montag hatte sich ein Wechsel an der Spitze des Team-Stronach-Klubs abgezeichnet, bestätigt wurde aber nichts. Begleitet zum Fernsehtermin wurde Stronach freilich von Klubobfrau Waltraud Dietrich und von ihrem kolportierten Nachfolger Robert Lugar. Auch die beiden gaben in ihren in der "Zeit im Bild" gesendeten Statements nichts Konkretes Preis. Dietrich ließ aber durchblicken, dass sie kein Problem mit der Rochade hätte. Es sei ihr "nie um Funktionen gegangen", vielmehr sei es wichtig, als Team zu bestehen. Lugar sprach lediglich von "Überlegungen, wie wir die Partei neu aufstellen und sie stärken". Man werde "die beste Entscheidung treffen".

Von Kathrin Nachbaur zeigte sich Stronach "enttäuscht", räumte er auf Nachfragen ein. "Wenn man mit jemand so lange zusammenarbeitet, ist man enttäuscht." Über den Wechsel seiner langjährigen engen Mitarbeiterin zu ÖVP reden wollte er nicht.

"Säuberungsprozess"

Allerdings sollten sich die Abtrünnigen seiner Ansicht nach Sorgen um ihre Reputation machen: Sie hätten schließlich einen Ehrenkodex unterzeichnet. "Ich glaub, wenn man Versprechen nicht hält, dadurch bekommt man einen schlechten Ruf."

Etwas später nannte Stronach dann die aktuellen Geschehnisse in seiner Partei wörtlich einen "Säuberungsprozess": "Man kann nicht bauen auf Leute, die den Charakter nicht haben. Das geht nicht." Die Partei aufgeben wolle er aber nicht. "Ich bin noch nie gescheitert", es sei nicht seine Sache, gleich aufzugeben.

"Wir haben auch Fehler gemacht", blickte Stronach aber auch kritisch zurück. Der Gang in die Politik sei "ein bisschen schnell" passiert, was mit ein Grund sei, warum die Partei nach nicht in Oberösterreich antreten soll, und wohl auch nicht in Wien. Steinbichler könne sich in OÖ der Wahl stellen, aber "dann muss es eine neue Gruppe sein": "Den Namen Stronach kannst nicht verwenden, und ein Geld geb ich auch nicht", habe er ihm gesagt. Der Konflikt mit Steinbichler sei beigelegt, er "hat zu mir gesagt, er möchte gerne im Team Stronach bleiben". Bedingung dafür: "Aus der Reihe darf er nicht mehr tanzen."
Inhaltlich brachte Stronach seine bekannte Positionen wie die Stärkung des Wirtschaftsstandorts ein, in der Flüchtlingskrise schweben ihm "Schutzzonen" für Verfolgte in den Kriegs- und Krisengebieten beim Gespräch vor. Das Interview wurde auch von der heimischen Twitteria rege kommentiert, wobei Stronachs Sager "Frauen sind Menschen wie wir" gegen Ende auf besondere Resonanz stieß.