Wien. "UnGleichheit" ist das heurige Thema des Europäischen Forum Alpbach.

Und Ungleichheit ist auch der Forschungs-Gegenstand des "Instituts für Verteilungsfragen", das an der Wirtschaftsuniversität Wien am 18. September offiziell eröffnet wird.

Die beiden Ökonomen Stefan Humer und Mathias Moser haben bereits in der Vergangenheit Studien zu diesem Thema veröffentlicht - mit teilweise erstaunlichen Ergebnissen.

So wurde etwa nachgewiesen, dass Erben mittlerweile beim Vermögensaufbau eine überwältigende Rolle spielt - und die Ungleichheit dadurch verstärkt. "Mit Arbeit wird man nicht reich", ist ein alter Spruch, doch so detailliert wurde es noch nie erhoben.

In Österreich besitzen die reichsten zehn Prozent etwa 62 Prozent aller Vermögenswerte. Hohe Ungleichheit führt - so Studien zu dem Thema - zu steigender Arbeitslosigkeit, da viele Haushalte sparen müssen. Und, so der Ökonom Thomas Piketty, der das Thema in seinem Buch beleuchtete, zu einer Verkrustung der Gesellschaft. Die wirklich Reichen bleiben im Wesentlichen unter sich.

Das Europäische Forum Alpbach beschäftigt sich heuer aber auch mit den positiven Seiten als Antrieb für Wandel und Vielfalt. Die WU Wien geht mit dem neuen Forschungsinstitut volkswirtschaftlich neue Wege. Die zuletzt wegen ihrer Formelhaftigkeit und Statistik-Fixierung in die Kritik geratene Disziplin bekommt dadurch einen klaren gesellschaftspolitischen Bereich dazu.

Tatsächlich sind die sozioökonomischen Auswirkungen von Wirtschaftsentscheidungen oftmals ausgeblendet worden. Das beste Beispiel dazu liefert wohl Griechenland. Das Forschungsinstitut für Verteilungsfragen wird an der WU denn auch gemeinsam von der Volkswirtschaft und der Sozioökonomie "bespielt".

In Alpbach wird das Thema von 19. August bis 4. September in allen Facetten behandelt, auch in Bereichen Gesundheit und Bauen spielt Gleichheit eine Rolle. Im Tiroler Bergdorf ist damit wenigstens für eines gesorgt: Unter allen Teilnehmern wird Chancengleichheit herrschen.