WZ-Montage
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Linz. Wenige Tage vor der Wahl beginnt das große Taktieren. Vor allem die beiden Koalitionspartner ÖVP und Grüne versuchen in der letzten Woche vor der Wahl zu erklären, warum abgesehen von inhaltlichen Überlegungen eine Stimme für ihre Partei bei der oberösterreichischen Landtagswahl am kommenden Sonntag besonders wichtig sei.

Die Grünen versuchten es dabei mit einer durchaus riskanten Strategie: Sie plakatierten Landeshauptmann und ÖVP-Chef Josef Pühringer auf einem Wahlplakat mit klassischen grünen Sujets. "Wir gratulieren Pühringer zur Wiederwahl. Und jetzt zur entscheidenden Frage: Schwarz-Blau oder Schwarz-Grün?", steht auf dem Plakat. Laut Grünen-Chef Rudi Anschober will man damit zwar darauf abzielen, dass im Land eine Richtungsentscheidung bevorstünde und der Wahlsieg Pühringers eh schon feststeht, beim Wahlkampfabschluss der Grünen am Dienstag machte er dann aber wohl unfreiwillig erneut Werbung für den Landeschef.

Angesichts der vielen Flüchtlinge seien viele Menschen "verunsichert, schwanken zwischen Hilfsbereitschaft und Sorgen, Angst und Verunsicherung." In solchen Zeiten brauche man keinen "unsicheren Wechsel, sondern einen klaren Kurs mit ruhiger starker Hand", argumentierte Anschober. Besser hätte Pühringer selbst wohl auch nicht um eine Stimme für die Volkspartei werben können.

Kampf um die Unentschlossenen


Während die Grünen also teils augenzwinkernd, teils unbewusst auf Pühringer setzen, tut das die ÖVP beabsichtigt und noch akzentuierter. Einen Tag nach den Grünen argumentierte ÖVP-Wahlkampfmanager und Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer, dass es in den letzten Stunden des Wahlkampfs um die Mobilisierung von rund 150.000 noch unentschlossenen Wählern gehe. Diese Menschen will die ÖVP mit der Botschaft, dass die Abwahl Pühringers drohe, motivieren.

Hattmannsdorfer setzt dabei auf die guten persönlichen Beliebtheitswerte des Landeshauptmanns, die sich anders als die Umfragedaten der ÖVP nicht im Sinkflug befinden. Daher gebe es zum Ende des Wahlkampfs für die ÖVP nur mehr zwei Botschaften: "Gerade jetzt: Josef Pühringer" und "Wer Pühringer will, muss Pühringer wählen". Um diese Thesen zu untermauern, warnte Hattmannsdorfer vor einem Vorstoßen der FPÖ auf Platz eins, es gehe um nichts weniger als um den Landeshauptmann.