Wien. Das Bundeskanzleramt sucht einen neuen Präsidialchef. Manfred Matzka, der die Sektion 1 seit 1999 leitet, geht mit Jahresende in Pension. Als einer der ranghöchsten Beamten des Staates war er für die Koordinierung der Sektionen des Bundeskanzleramts ebenso zuständig wie für ressortübergreifende Organisation, aber auch für Protokoll und Orden und die Aufsicht über die Statistik Austria.

Seine Nachfolge wurde am Dienstag im Amtsblatt der "Wiener Zeitung" ausgeschrieben. Gesucht werden Akademiker (Rechts-, Wirtschafts- oder Geisteswissenschaften) mit ausgezeichneten Kenntnissen der österreichischen Bundesverwaltung sowie der EU-Organisation, die Erfahrungen in der "direkten Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern" vorweisen können. Führungserfahrung wird ebenfalls als Voraussetzung genannt, und "mehrjährige erfolgreiche leitende Funktionen in einem Bundesministerium" können auch nicht schaden. Je nach Wertigkeit gemäß Dienstrecht beträgt das Monatsbrutto mindestens 9.485 Euro bzw. 8.903 Euro. Bewerbungsschluss ist der 6. November.

Matzka (Jahrgang 1950) wird laut Bundeskanzleramt im Dezember 65 Jahre alt. Der promovierte Jurist kann auf eine lange und teils bewegte Laufbahn zurückblicken. In seiner Zeit als Leiter der Sektion für Fremden- und Asylangelegenheiten (1993 bis 1999) wurde der frühere Kabinettchef von Innenminister Franz Löschnak (SPÖ) immer wieder zum Feindbild von NGOs, aber auch von Teilen der Opposition. Der Sprung in den Verfassungsgerichtshof blieb im mehrfach versagt. Seine Laufbahn begonnen hatte er 1980 im Verfassungsdienst des Bundeskanzleramts, bevor er nach zwei Jahren im Gesundheitsministerium (1987 bis 1989) ins Innenressort wechselte.