Die Seite ist in vier Sprachen (Arabisch, Türkisch, Deutsch, Englisch) aufrufbar. Hier der arabische Willkommenstext: "Jede Reise hat ein Ende..." Im Hintergrund die  idyllische österreichische Vorzeigegemeinde Hallstatt. - © welcomingtours.at
Die Seite ist in vier Sprachen (Arabisch, Türkisch, Deutsch, Englisch) aufrufbar. Hier der arabische Willkommenstext: "Jede Reise hat ein Ende..." Im Hintergrund die  idyllische österreichische Vorzeigegemeinde Hallstatt. - © welcomingtours.at

Die Erkundung einer Stadt ist meist dann besonders gelungen, wenn wir ortskundige Personen an unserer Seite haben, die uns Orte oder Veranstaltungen abseits des Mainstreams zeigen und wissenswerte Tipps zu kulturellen Eigenheiten von Stadt, Land und Mensch liefern.

Das weiß auch Daniela Wolf. Mit ihrer Website "welcomingtours.at" hat die 27-Jährige ein Projekt auf die Beine gestellt, das Flüchtlingen und Migranten das Einleben in Österreich erleichtern soll. Hier wird ein erster Kontakt - meist der schwierigste Teil eines Kennenlernens -  hergestellt. Gemeinsam vereinbaren die Personen "Welcomingtours", die sich an den Interessen der Flüchtlinge orientieren sollten. Diese werden vorab im Online-Formular abgefragt. So eine Tour kann dann sehr individuell gestaltet werden – in Form eines Spaziergangs, Konzertbesuchs oder gemeinsamen Abendessens beim "Welcomer" zuhause.


Links
welcomingtours.at
Welcoming Tours (Facebook-Seite)
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Authentisch ins neue Umfeld tauchen

Im Idealfall lernen die Neuankömmlinge nicht nur besser Deutsch, sondern erhalten praktische Orientierungshilfe und tauchen auf sehr authentische Weise in ihr neues Umfeld. "Die Initiative ist erst seit 31. August online und es haben sich bereits 149 Welcomer gemeldet", freut sich Daniela Wolf. Schon am 1. September gingen die ersten Einheimischen mit zwei Flüchtlingen aus Syrien "auf Tour". Verbreitung findet das Projekt vor allem über soziale Netzwerke und Mundpropaganda.

Unter den 27 bisherigen Tour-Anfragen befinden sich zum Großteil Flüchtlinge - auch mit positivem Asylbescheid, und weniger Migranten, die bereits länger in Österreich leben. Manchmal bekomme die Wahlwienerin seitenlange Erfahrungsberichte zugeschickt, nicht selten seien Freundschaften aus den Touren entstanden. "Derzeit kommen die Welcomer-Anmeldungen vorwiegend aus Graz, Innsbruck und Wien", erzählt Wolf.

Auf der Website kommen Teilnehmer von beiden Seiten zu Wort und erzählen von den Vorteilen des Integrationsprogramms: "Das ist ein super Projekt, vor allem für mich, da meine finanzielle Situation Sachspenden selten zulässt", schreibt etwa Christoph B. aus der Steiermark. Alexandra K., ebenfalls aus der Steiermark, erzählt, dass sie nach dem Treffen mit einem jungen Vater nun mehr über das Leben in Afghanistan wisse. Bereicherung auf beiden Seiten - wie  gelebte Integration im Idealfall funktionieren sollte.