Der "Tatort: Verbrannt" bezieht sich auf den realen Fall von Oury Jalloh aus Sierra Leone, der 2005 in Dessau in Polizeigewahrsam verbrannt ist. - © ARD, Screenshot
Der "Tatort: Verbrannt" bezieht sich auf den realen Fall von Oury Jalloh aus Sierra Leone, der 2005 in Dessau in Polizeigewahrsam verbrannt ist. - © ARD, Screenshot

Düsseldorf. Mit einer kritischen Aussendung reagierten die Polizisten Nordrhein-Westfalens auf den "Tatort" vom Sonntag und die Folge "Verbrannt". Sie zeigen sich wenig glücklich über die Episode, in dem ein Flüchtling in einer Polizeizelle verbrennt bzw. von einem Polizisten aufgrund einer Mutprobe in Brand gesetzt wird. "Unsere Kolleginnen und Kollegen machen in der derzeitigen Flüchtlingslage einen sehr guten Job, die Menschen bedanken sich bei ihnen", sagte Volker Huß von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW.

"Da ist es natürlich wenig hilfreich, wenn sie in einem Drehbuch als ausländerfeindlich und rassistisch dargestellt werden", so Huß. Der "Tatort" nach dem Drehbuch von Stefan Kolditz beruht auf dem Fall von Oury Jalloh, der vor gut zehn Jahren in Dessau (Sachsen-Anhalt) in Polizeigewahrsam verbrannte. Noch heute wird unter Fachleuten, Freunden und Justizkritikern erregt über den Tod des Mannes aus Sierra Leone diskutiert. Der damalige Dienstgruppenleiter der Polizei wurde 2012 wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 10.800 Euro verurteilt.

Die Dramaturgie der "Tatort"-Folge sei überzeichnet, sagte Huß. "Unsere Beamten fühlen sich vorgeführt, obwohl sie in diesen Tagen Überstunden schieben und in der Flüchtlingskrise in vorderster Reihe stehen." 7,20 Millionen Zuschauer sahen den Fall im deutschen TV.