(temp) Noch im Februar hatte sie sich auf einen "Bäderwahlkampf" im Sommer gefreut - nun ist Claudia Gamon die einzige weibliche Nationalratsabgeordnete der Neos. Die 26-jährige Vorarlbergerin übernahm den Sitz Beate Meinl-Reisingers, die nach der Wien-Wahl in den Landtag wechselt.

Mit Gamon zieht eine ehemalige Studenten-Politikerin in den Nationalrat ein. Als Wirtschaftsstudentin war sie bereits ab 2009 als stellvertretende Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen (JuLis, jetzt Junos) für Marketing und Kommunikation zuständig und hatte sich damals selbst als "Hippie Capitalist" bezeichnet. Die Vegetarierin und Atheistin galt als eine, die kreative Antworten gibt und Politik begreiflicher - und auch amüsanter - macht. Bei den ÖH-Wahlen 2011 und 2013 trat Gamon als Spitzenkandidatin für die JuLis an, wobei sie jeweils in die Bundesvertretung der Studierenden entsendet wurde.

Mit der Gründung der Neos 2012 konzentrierte Gamon ihr politisches Wirken dort und war anfangs Pressesprecherin. Gamon sei "eine starke Stimme der jungen Generation", sagte Neos-Klubchef Matthias Strolz am Dienstag bei ihrer Begrüßung im Klub. Sie selbst kündigte an, "hartnäckig und lästig" sein zu wollen, und wird für Wissenschaft und Forschung, Jugend, Rechnungshof und Sport zuständig sein.