Wien. (fib) Informatikerin, Fallschirmspringerin, Gender- und Diversitätsforscherin: Mit Edeltraud Hanappi-Egger als Rektorin könnte an der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien bald ein frischer Wind wehen - auch, weil mit ihr erstmals eine Frau das Zepter an der WU übernimmt. In einer feierlichen Inauguration übergab Christoph Badelt, der 13 Jahre Rektor der WU war, Hanappi-Egger am Montag das Amt.

Eine angriffslustige Wanderin

Sie versuche nicht, in Badelts Fußstapfen zu treten, stellte sie bei ihrer Antrittsrede fest, und verglich ihr Amt mit einem "Weitwanderweg": Manchmal müssten neue Wege beschritten werden, da die alten Pfade abgetreten oder "schlicht langweilig" seien. Langweilig dürfte der neuen WU-Rektorin aber nicht werden: Die Unis befänden sich "in massiven Umbrüchen", müssten sich der öffentlichen Legitimation stellen und vermehrt kooperieren, auch mit Studierenden. Hanappi-Egger will auf soziale Durchmischung setzen und "Leistung relativ betrachten": Der Forschungsoutput soll in Relation zu den Arbeitsbedingungen gesehen und die Lehre umfassend in die Bewertungen einbezogen werden. Helmut Strasser, Senatsvorsitzender an der WU, beschrieb sein neues Gegenüber im Rektorat als "angriffs- und abenteuerlustig" - sie erinnere ihn an Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf.