Zwischen den Stühlen

Dass trotz Straches Aufstieg die extreme Partei-Rechte nicht immer mit der Linie des Parteichefs konform geht, sei laut Peham auch während der sogenannten "Wehrsport-Affäre" deutlich geworden. Die 2006 und 2008 aufgetauchten Fotos des jungen Strache in Kampf-Uniform und in Gesellschaft von bekannten Neonazis sei als "Wink mit dem Zaunpfahl" eben der extremen Rechten in der Partei zu verstehen gewesen, so Peham. Die Fotos seien bewusst aus den eigenen Reihen öffentlich gemacht worden, um zu signalisieren: Du bist einer von uns, du führst die Partei, weil wir das so wollen, und wenn der Kurs nicht passt, können wir dich auch wieder demontieren. Es sei nicht auszuschließen, dass sich ein derartiger Vorfall wiederholen könnte, so Peham. Die Serie von Wahlerfolgen der FPÖ, die europäische Zusammenarbeit mit anderen Rechtsparteien, die Beteiligung der FPÖ an zwei Landesregierungen und nicht zuletzt der Ausblick auf politische Macht im Falle einer Regierungsbeteiligung auf Bundesebene ließe interne Kritiker aber zur Zeit stillhalten, ist Peham überzeugt.

Am Dienstag feierte die FPÖ ihr 60-jähriges Bestehen. Die Zukunft und nicht zuletzt die künftigen Wahlergebnisse der FPÖ werden zeigen, ob Strache die Spannungen zwischen den ideologischen Rechten in der Partei auf der einen Seite sowie der Ausweitung seiner politischen Ambitionen auf das bürgerliche Millieu auf der anderen bewältigen wird können. Am vorläufigen Höhepunkt der blauen Erfolgswelle aber muss Strache jene, die "Grenzen überschreiten", in die Schranken weisen.