Wien. Dass Männer risikofreudiger sind, gilt in der Wissenschaft mittlerweile als gesichert. Zumindest sind in der Gruppe der extrem risikofreudigen Menschen Männer überrepräsentiert. Das zeigt sich bei Finanzveranlagungen ebenso wie in den Unfallstatistiken beim Autofahren.

Eine Untersuchung der Wirtschaftsauskunft CRIF hat nun auch dargelegt, dass Männer auch in der Wirtschaft das Risiko offenbar eher falsch einschätzen und öfter pleitegehen. Von Frauen geführte Unternehmen werden seltener zahlungsunfähig. Am sichersten sind demnach Firmen mit nur einer weiblichen Geschäftsführerin. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Firma mit einem männlichen Geschäftsführer in Konkurs geht, ist doppelt so hoch, wobei eine Konstellation noch schlechter abschneidet: ein Unternehmen mit zwei männlichen Geschäftsführern.

"Bei der Wahl seiner Geschäftspartner kann man sich am ehesten auf jene Unternehmen verlassen, die von einer Frau geleitet werden", sagt CRIF-Österreich-Geschäftsführer Boris Recsey. Wer dafür sei, dass mehr Frauen in Führungspositionen kommen, könne sich über das Ergebnis freuen: "Es zeigt relativ deutlich, dass Unternehmen, deren Leitung mit einer oder mehreren Frauen besetzt ist, rentabler arbeiten."

Trotzdem sind Frauen in den Chefetagen weiter unterrepräsentiert, nicht nur in Großbetrieben, sondern auch in kleinen und mittleren Unternehmen, wie Recsey anmerkt. Die meisten Unternehmen mit einer weiblichen Geschäftsführung seien im Sozial- und Gesundheitswesen tätig, gefolgt vom Handel und dem Bereich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen sowie Dienstleistungen.