Wien. Eine Wein-Spende, viel Lob aber auch mahnende Worte gab es für den Jubilar: Vizekanzler und ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner feierte am Donnerstag seinen 60. Geburtstag. Nicht nur Parteifreunde waren in die Aula der Wissenschaften in Wien gekommen, eine Rede hielt auch Bundespräsident Heinz Fischer. Freuen konnte sich Mitterlehner etwa über ein E-Bike von der Partei. Die Blasmusik aus seinem Heimatbezirk Rohrbach spielte auf.

Im Vorfeld hatte Mitterlehner gebeten, von Geschenken Abstand zu nehmen und stattdessen für Cecily Cortis Projekt "VinziRast" zu spenden. Für dieses stellte Finanzminister Hans Jörg Schelling vom Familienweingut 60 Flaschen zur Verfügung: "200 Euro mit Spendenbestätigung, 100 Euro ohne", scherzte der Ressortchef.

Auf die Koalition kam der Bundespräsident zu sprechen. So attestierte er dem Vizekanzler, bemüht zu sein, an den komplizierten Themen mitzuarbeiten und paktfähig zu sein. Er erinnerte aber auch daran, dass sich die Regierung aus zwei unterschiedlichen Parteien zusammensetze und man nicht jede Meinungsverschiedenheit mit negativen Vorzeichen versehen dürfe. "Eine gewisse Bereitschaft, am Programm der Streitvermeidung mitzuarbeiten, wünsche ich mir von allen Regierungsmitgliedern", so Fischer.

In seiner Rede beruhigte Mitterlehner dann: "Unser Verhältnis ist besser als manche befürchten und manche sich wünschen." ÖVP und SPÖ seien unterschiedliche Parteien, die Leistungen der Bundesregierung seien aber "vorzeigbar", verwies er etwa auf die Steuerreform. Auch Bundeskanzler und SPÖ-Chef Werner Faymann war zur Feier erschienen, ebenso ÖGB-Präsident Erich Foglar sowie Vorgänger Spindelegger.