Martin Wabl
Martin Wabl

Wien. Nicht, dass das Kandidatenfeld nicht so schon groß genug wäre. Noch nie in der Geschichte der Zweiten Republik hatten tatsächlich fünf Personen die Chance auf einen Einzug in die Bundespräsidenten-Stichwahl. Doch auch heuer gibt es ein paar Chancenlose, die sich die Hoffnung auf einen Einzug in die Hofburg partout nicht nehmen lassen wollen. Laut neuwal.com haben bisher elf "sonstige" Kandidaten Interesse an einer Kandidatur bekundet. Und es sind nicht nur Unbekannte, die sich auf die Jagd nach 6000 Unterstützungserklärungen machen. So unternimmt der pensionierte Richter Martin Wabl seinen vierten Anlauf, Erfahrung mit Urnengängen hat auch der Chef der EU-Austrittspartei Robert Marschall. Ebenfalls keine Unbekannte ist El(friede) Awadalla, die am Freitag zur Pressekonferenz lud. Die Mundartliteratin kandidierte bei der Landtagswahl 2015 für die Liste "Wien anders". Einem breiteren Publikum wurde sie durch den Millionengewinn bei der "Millionenshow" 2005 bekannt. Davon sei jetzt aber nichts mehr übrig.

Unter den weiteren Kandidaten sind auch ein Aktivist für ein liberaleres Waffenrecht und eine Kosmologin sowie ein Vertreter des Österreich-Ablegers der deutschen Satire-Truppe "Die Partei".

Apropos Satire: Bei einem Beitrag zur Hofburg-Wahl kann man sich noch nicht sicher sein, ob man es nicht mit ebensolcher zu tun hat. Richard Lugner ließ am Freitag mit einem zwölfminütigen Video die sozialen Medien erzittern. Unter dem Motto "Lugner for President" zeigte sich in einer Qualität, die an die Homevideos der frühen 1990er Jahre erinnert, zunächst seine Frau Cathy. Schauspieler seien sie, Unternehmer, mediengeschult und im ganzen Land bekannt, verbreiterte sich Mörtel. Zudem werde er 2017 US-Präsidentin Hillary Clinton (sic!) zum Opernball einladen. Er sei sich sicher, "dass Bill Clinton als Frauenkenner an meiner Cathy Gefallen finden wird". Auf einen fröhlichen Wahlkampf!Fotos:apa