Wien. Jetzt ist es also wirklich passiert. Vor zwei Wochen, als Richard Lugner und seine Cathy vor der Homevideo-Kamera quälende zwölf Minuten lang ihre Qualitäten als potenzielles Präsidentenpärchen anpriesen, konnte man noch hoffen. Hoffen, es handle sich bei dem "Bewerbungsvideo" um eine Satire-Einlage oder eine Werbekampagne vor dem Opernball - Freispruch im Zweifel, quasi. Doch seit Mittwoch ist es fix: Der Gottseibeiuns der österreichischen Society, Richard Lugner, will es fast 20 Jahre nach seinem ersten Antreten zur Bundespräsidentenwahl noch einmal wissen. Der mittlerweile 83-Jährige hat am Mittwoch seine Kandidatur bekanntgegeben, womit der Altersschnitt bei der Wahl ums höchste Amt im Staat noch einmal in die Höhe schnellt. Ausschlaggebend für seine Kandidatur sei eine von ihm in Auftrag gegebene Umfrage des Humaninstituts gewesen, die ihn auf Anhieb bei zehn Prozent der Stimmen sieht.

Recht auf Bares?


Auch der jüngste der Kandidaten, der 44-jährige Norbert Hofer (FPÖ), ließ am Mittwoch mit einem kuriosen Vorschlag aufhorchen. Er würde gerne das Recht auf Barzahlungen im Verfassungsrang verankern. Der FPÖ-Klub werde einen entsprechenden Antrag für die nächste Nationalratssitzung vorbereiten, um der "skurrilen Diskussion" innerhalb der EU Einhalt zu gebieten, eine Obergrenze von 5000 Euro für Bargeldgeschäfte zu verankern.

Unterdessen sammelt die unabhängige Kandidatin Elfriede Awadalla schon jetzt Unterstützungserklärungen. Ab dem Zeitpunkt der Wahlausschreibung können Wahlberechtigte auf der Gemeinde eine Unterstützungserklärung unterschreiben, gültig wird sie aber erst, wenn - ab dem Stichtag (23. Februar) - bestätigt werden kann, dass der Unterstützer in der Wählerevidenz steht.