Perchtoldsdorf/Ried im Innkreis. (apa/rei) Der 25. Politische Aschermittwoch der FPÖ in Ried ist im Zeichen der Bundespräsidentenwahl und der Fremdenpolitik gestanden. So war auch FPÖ-Kandidat Norbert Hofer als Ehrengast ins Innviertel gekommen. Mit ihm werde die Hofburg nicht "zur Fluchtburg für einen gescheiterten grünen Parteiobmann oder einen roten Produzenten für Massenarbeitslosigkeit", erklärte Parteichef Heinz-Christian Strache.

Was die Präsidentschaftswahl angeht, so rechnet Strache damit, dass bei einer Abfuhr für den schwarzen und roten Kandidaten (Andreas Kohl und Rudolf Hundsdorfer) beide Parteien "die Nerven verlieren" und im Herbst Neuwahlen anstehen. Die "unabhängige" Kandidatur von Alexander van der Bellen, der zehn Jahre den Grünen vorstand, bezeichnete er als "Verhöhnung".

Rund 2000 Anhänger - laut FPÖ hätte man auch die doppelte Anzahl an Karten für die Jubiläumsveranstaltung verkaufen können, wenn die Jahnturnhalle die entsprechende Größe hätte - bejubelten den Auftritt von "HC". Für 15 Euro wurden ihre Erwartungen erfüllt: Ein Heringsteller mit Getränk sowie Schenkelklopfer, und für zahlreiche Fans noch einen Händedruck vom Chef oder ein Selfie mit ihm. Zu Standing Ovations zog er gemeinsam mit oberösterreichischen Landesparteichef Manfred Haimbuchner auf die Tribüne.

Erstmals als Landeshauptmannstellvertreter sprach noch vor Strache, dem "künftigen Bundeskanzler", Haimbuchner zu seinen "Weggefährten". Er bekannte sich zur Reduzierung der Mindestsicherung für anerkannte Asylwerber sowie zur Deutschpflicht in Schulpausen und warnte vor der "Destabilisierung des Sozialstaates Österreichs durch die Völkerwanderung". "Der politische Rechtsruck in Europa ist die Lösung", meinte der Landeshauptmannstellvertreter.

Der "ungarische Schützer"


Viel Zeit widmete Strache, der bereits zum elften Mal in Ried auftrat, wenig überraschend der Flüchtlingskrise. So sei sein Vorbild vielmehr der "ungarische Schützer der Staatsgrenzen Viktor Orban". Denn beim "Halal-Heringsschmaus" wolle er künftig nicht sitzen. "Der Halbmond ist wunderschön, wenn er am Himmel steht oder wenn er als Vanillekipferl daherkommt. Ab als Symbol für Österreich brauche ich ihn wirklich nicht", sagte der Parteichef. Natürlich durfte in Ried auch nicht der verbale Rundumschlag gegen die Regierung ("rücktrittsreif") fehlen. Vor allem an der SPÖ-Riege und deren Umbildung ließ er kein gutes Haar. Bundeskanzler Werner Faymann schickte er wegen seiner verfehlten "Willkommenskultur" umgehend "in die politische Pension".

Nicht anders seine Abrechnung mit den Schwarzen: Außenminister Sebastian Kurz ist für ihn nur eine "minderjährige Plaudertasche", auf dessen erwachsen werden er nicht warten könne. Den Arbeitseifer von Innenministerin Johanna-Mikl Leitner, ständig Obgrenzen zu aktualisieren, von jährlich auf täglich zu stündlich, reduziere sich auf "Placebo-Forderungen". Und zu Finanzminister Hans-Jörg Schelling hätte man früher noch sagen können: "Besser Schilling als Schelling".

Ganz im Zeichen der unternehmerischen Freiheit stand die alljährliche Aschermittwochsrede von Wirtschaftsbundpräsident Christoph Leitl. Leitl forderte mehr Freiheit statt bürokratischer Hürden, an SPÖ-Bundeskanzler Werner Faymann richtete er in der Burg Perchtoldsdorf einen Appell zu einem "zweijährigen Belastungsstopp" in Österreich.

Der Wirtschaftsstandort Österreich müsse Top-Priorität haben, erklärte der ÖVP-Kandidat für die Hofburg, Andreas Khol, in einem kurzen Statement. Die Zeiten seien hart, Europa stehe vor wichtigen Herausforderungen, meinte Khol mit Blick auf die noch nicht gemeisterte Euro- und die Flüchtlingskrise. Österreich brauche daher ein Staatsoberhaupt, das genug Erfahrung einbringe. Leitl sagte dem Präsidentschaftskandidaten, dem er das "innere Feuer der Jugend" attestierte, volle Unterstützung zu.