Wien. (pech) Arbeiterkammer-Präsident Rudi Kaske wird sehr deutlich, wenn es darum geht, das im internationalen Vergleich sehr gute österreichische Pensionssystem zu bewahren. "Das Gerede, dass wir eine umfassende Reform bräuchten, ist grober Unsinn. Ein Wegreformieren des österreichischen Pensionssystems wird es nicht geben. Nicht mit uns", stellte Kaske am Freitag klar.

Wichtiger als eine Pensionsreform sei eine Ankurbelung des Wirtschaftswachstums. Hier erwartet sich Kaske - nach dem Konjunkturpaket der Regierung - aber einmal Beiträge der Wirtschaft.

"Wir brauchen keine wie immer gearteten Automatismen", sagte er in Richtung ÖVP, die eben solche für das Pensionsreformtreffen der Regierung am 29. Februar in Aussicht gestellt hatte. Die AK fordert dagegen einen umfassenden Kündigungsschutz während des Krankenstandes und Gesundheitsvorsorge in den Betrieben, dass ältere Arbeitnehmer länger gesund arbeiten können. Das sollte am 29. Februar beschlossen werden, sagt Kaske.

AK gegen starke Eigenvorsorge


Aber eine Stärkung der zweiten und dritten Säule, also der betrieblichen oder privaten Pensionen, werde die AK nicht hinnehmen. Eine Forderung dieser Art hat die Wirtschaftskammer vorgebracht. Das habe schon Bundeskanzler Schüssel bei der Pensionsreform 2003 versucht - ÖGB und AK hätten das verhindert. In einer gemeinsamen Studie von AK und dem WSI, einem Institut der deutschen gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, wurde ein Vergleich des deutschen und österreichischen Rentensystems angestellt. Kurz gefasst: Das österreichische System ist besser.

Deutsche Pensionen niedriger


Anfang der 2000er Jahre habe Deutschland die öffentlichen Beiträge auf 18,7 Prozent gesenkt und die Menschen sollten zusätzlich vier Prozent in geförderte betriebliche und private Vorsorge (Riester-Rente) investieren. Ergebnis sei, dass 30 Prozent der Beschäftigten weder eine private noch eine betriebliche Rente hätten, auf der anderen Seite viele eine doppelte Vorsorge. Langjährig versicherte Männer erhalten in Deutschland im Schnitt nur 1050 Euro Pension (12 Mal pro Jahr), in Österreich hingegen 1560 Euro (14 Mal pro Jahr).