Wien. Wer bei der Bundespräsidentenwahl am 24. April seine Stimme nicht im zugeteilten Wahllokal abgeben kann, weil man zum Beispiel in Wien wohnt und arbeitet, aber noch im Burgenland hauptgemeldet ist oder am Wahlsonntag gerade in Paris auf Urlaub weilt oder man sehr dringende, wichtige Geschäfte in Panama-City zu erledigen hat, kann via Wahlkarte wählen.

Die Geschichte der Briefwahl ist in Österreich eine eher jüngere. Mit 1. Juni 2007 wurde die allgemeine Möglichkeit zur Briefwahl in die Verfassung aufgenommen, seither gab es immer wieder kleinere Anpassungen.

Für die Bundespräsidentenwahl wurden insgesamt drei Millionen Wahlkarten gedruckt, 1,5 für jeden der beiden (zu erwartenden) Wahlgänge. Wobei sich der Stimmzettel für die Stichwahl bei der Briefwahl von jenem unterscheidet, den die Wählerinnen und Wähler in ihrem Wahllokal vorfinden werden - es ist nämlich ein Blanko-Stimmzettel ohne vorgedruckte Namen, da zwischen den beiden Wahlgängen zu wenig Zeit verbleibt, die neuen Stimmzettel mit dem Zweier-Vorschlag ins Ausland zu verschicken.

117 verschiedene Versionen

Bei der Nationalratswahl 2013 wurden rund zwölf Prozent der gültigen Stimmen per Briefwahl abgegeben, mehr als 543.000. Warum nun gleich die dreifache Anzahl an Wahlkarten gedruckt wurden, hängt damit zusammen, dass es 117 verschiedene Versionen gibt, wie Robert Stein, Leiter der Abteilung für Wahlangelegenheiten im Innenministerium erklärt. Bei den Wahlkarten für Inlandswähler ist die zuständige Wahlbehörde aufgedruckt.

Einmal, bei einer der ersten Briefwahlen, gingen in einzelnen Gemeinden die Wahlkarten beinahe aus. Um dies zu verhindern, wird nun deutlich überdruckt, da ein nachträgliches Drucken neuer Wahlkarten durch die Silikonierung außerordentlich teuer wäre.

Gewählt werden kann bereits jetzt, zahlreiche Wahlkarten wurden schon versandt. Schriftlich kann bei der zuständigen Wahlbehörde - in Wien sind das die jeweiligen Magistratischen Bezirksämter - bis zum 20. April eine Wahlkarte beantragt werden, mündlich sogar bis zum Freitag vor der Wahl bis 12 Uhr. Da aber nicht mehr gewährleistet werden kann, dass die Postzustellung noch rechtzeitig erfolgt, sollten Wahlkarten nach dem 19. April persönlich abgeholt werden. Teilweise gibt es auch die Möglichkeit, online per Formular eine Wahlkarte zu bestellen.