Jürgen Rainer
Jürgen Rainer

Wien. Mehr als zehn Jahre war der resolute Steirer Jürgen Rainer von der Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) oberster Vertreter der Lehrer an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS). Am Gewerkschaftstag am Freitag übergibt der 65-Jährige das Zepter an den FGCler Roland Gangl (44). Gangl, der als Experte für Dienstrechtsfragen gilt, war bereits in den vergangenen zehn Jahren der Stellvertreter von Rainer. Dieser war laut Weggefährten jemand, der innerhalb der Gewerkschaft "den Kompromiss eher gesucht hat als den Streit", nach außen aber auch ordentlich poltern konnte und Streiks androhte, wenn er in Dienstrechtsverhandlungen die Interessen der BMHS-Lehrer gefährdet sah.

Gangl will primär die Interessen der Kollegen in dienst- und besoldungsrechtlichen Belangen bestmöglich vertreten- und zwar "hartnäckig". Der Vater zweier Kinder unterrichtet auch noch "wenig, aber ein bisschen" an der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe in Baden. Als oberster BMHS-Lehrervertreter steht er künftig einem bunt zusammengewürfelten Haufen vor: Die rund 22.000 BMHS-Pädagogen setzen sich nicht nur aus typischen Lehrern zusammen, sondern ebenso aus Fachpraktikern.

Wichtig für die Zukunft ist Gangl eine ausreichende Finanzierung der BMHS. Er betont den Stellenwert der berufsbildenden mittleren Schulen in Österreichs Bildungslandschaft: "Das ist eine Aufstiegsschule." Hier würden Jugendliche teils schwieriger sozialer Herkunft fit für den Arbeitsmarkt gemacht, über Aufbaulehrgänge seien sie auch ein Weg zur Matura.