Wien. Mit Umfragen ist es so eine Sache, wie man an den Wahlergebnissen sieht. Letztere haben ja nun relativ wenig mit den Einschätzungen der vergangenen Tage gemein, wonach Alexander Van der Bellen mit etwa 26 Prozent führte und Norbert Hofer knapp dahinter lag. Die tatsächlichen Ergebnisse lieferten dann doch ein deutlich umgekehrtes Bild. Dennoch sind Umfragen eine Möglichkeit, ein breiteres Publikum zu betrachten - zum Beispiel auch, wenn es um die Wahlmotive geht.

Oder um die Motive, nicht zu wählen. Laut einer Umfrage des Meinungsforschers Peter Hajek im Auftrag von ATV unter 1000 Österreichern ab 16 Jahren war das Hauptmotiv der Nichtwähler die Auswahl der Kandidaten. Auffallend sei, dass ein größerer Teil nicht an Politik interessiert sei beziehungsweise dem Amt des Bundespräsidenten keine wichtige Rolle zugestehe. Der klassische Nichtwähler sei männlich, jünger und niedrig gebildet.

Wahlfaktor Frau erstmals signifikant gemessen


Erstmals ist laut Umfrage bei einer Wahltagsbefragung der Wahlfaktor Frau signifikant gemessen worden: 23 Prozent der befragten Wähler von Irmgard Griss gaben an, diese zu wählen, weil sie eine Frau ist. 40 Prozent stellten allerdings deren Parteiunabhängigkeit in den Vordergrund. Hier wird aber die Glaubwürdigkeit von Umfragen wieder zweifelhaft: Die ORF/Sora/Isa-Wahlbefragung unter 1210 Wahlberechtigten ist beim Faktor Parteiunabhängigkeit nämlich auf 84 Prozent gekommen.

Wie auch immer. FPÖ-Kandidat Norbert Hofer, der Gewinner des Wahlabends, punktete jedenfalls mit Persönlichkeit, Themensetzung und Sympathie, so die Umfragen. Der von den Grünen unterstützte Alexander Van der Bellen überzeugte demnach durch Kompetenz und Wertehaltung.