Wien/Eisenstadt. Die burgenländische FPÖ hat am Dienstag zufrieden die Bundespräsidentenwahl bilanziert. "Das burgenländische Ergebnis erfüllt uns mit Stolz", meinte Landesparteiobmann Johann Tschürtz bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt. Es sei "wirklich beachtlich, wie im Burgenland die Bevölkerung abgestimmt hat". Außerdem freue man sich, dass Norbert Hofer weiterhin als "Team-Player" aktiv sein werde.

Der FPÖ-Kandidat und Burgenländer Norbert Hofer sei "Sieger der Herzen", auf den die Freiheitlichen "unglaublich stolz" seien. Dem neuen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen gratulierte der Landeshauptmannstellvertreter. Tschürtz kündigte eine mögliche Initiative im Landtag und im Nationalrat betreffend Briefwahlkarten an. Künftig sollen alle Wahlkarten vor dem Wahltag einlangen und am Wahltag auch schon mit ausgezählt werden, schlug er vor.

Fokus auf Gemeinderatswahl 2017

Dass Hofer im Burgenland sein bestes Ergebnis aller Bundesländer eingefahren habe, sei u.a. auf die Arbeit der Freiheitlichen im Burgenland zurückzuführen. Dies sei "sicher ausschlaggebend" gewesen, meinte der Landesparteiobmann, der sich mit seinem Team nun voll auf die Gemeinderatswahl 2017 konzentrieren werde. Im Fokus stünden etwa Gespräche mit zahlreichen Menschen, die sich im Laufe der vergangenen Wochen bei der Partei für eine Mitarbeit gemeldet haben. Laut Klubobmann Geza Molnar spreche man von einer "stattlichen dreistelligen Zahl" an künftigen Parteimitgliedern. Er selbst habe so einen Auftrieb in der Partei noch nie erlebt, sagte er.

Für Molnar überwieg nach der Wahl das Positive. "Man muss ja auch ganz ehrlich sagen: Die Bedingungen, die wir jetzt vorfinden, sind nicht die allerschlechtesten. Es wird jetzt zu einer Fortsetzung der rot-schwarzen Politik des Versagens kommen und zwar unter Grüner Patronanz. Norbert Hofer wäre zu dieser Politik ein Gegengewicht gewesen. Das wird Van der Bellen definitiv nicht sein - im Gegenteil. Er wird gewisse Fehlentwicklungen noch beschleunigen und bestärken - davon bin ich überzeugt", sagte der Klubobmann. "Norbert Hofer ist unser Präsident der Herzen, während in die Hofburg jetzt der Präsident der Schmerzen einzieht."

Tschürtz gegen Wahlanfechtung

Zur Zukunft der Freiheitlichen erklärte er: "Wir arbeiten ab dem heutigen Tag daran, dass uns Van der Bellen wiedersieht - und zwar in der Hofburg, wenn er Heinz Christian Strache als Bundeskanzler angeloben muss. Das werden wir auch schaffen."

Tschürtz sprach sich auf Nachfrage der Journalisten im Großen und Ganzen gegen eine Wahlanfechtung aus. Er glaube, "dass man nicht unbedingt eine Wahlanfechtung durchführen sollte, nur weil man halt irgendwelche Anzeichen kriegt, dass irgendetwas schief gelaufen ist. Man sollte nur dann wirklich eine Wahlanfechtung durchführen, wenn substanziell es wirklich erkennbar ist, dass es Ungereimtheiten gibt oder Manipulationen gibt. Das scheint mir derzeit aber nicht zu sein." Kritik an bestimmten Personen in der Partei - etwa zur Mobilisierung in den Landeshauptstädten - gab es von Tschürtz und Molnar nicht.