Wien. Die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen zu verkleinern - das ist das größte Ziel der neuen Frauenministerin Sabine Oberhauser (SPÖ). Die Gesundheitsministerin übernimmt mit 1. Juli die Agenden von Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ).

"Es geht darum, Frauen insgesamt zu stärken, um Empowerment", sagte Oberhauser im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" vor dem Ministerrat am Dienstag. Frauen müssten, wie es viele Männer tun, bei Jobangeboten "resch zusagen und dürften nicht zu lange zögern", so Oberhauser.

Gehaltstransparenz

Zudem gehe es um die Weiterentwicklung der Gehaltstransparenz. Konkrete gesetzliche Maßnahmen noch in dieser Legislaturperiode sind ihrer Ansicht nach aber nicht realistisch. Quoten hält sie für ein wichtiges Instrument, um den Frauenanteil in Betrieben zu steigern. Verpflichtend könnten diese Quoten aber nur dort sein, wo "man selbst das Sagen hat". Förderungen von Bund und Ländern auf Gleichberechtigung abzustellen, sei etwa eine Möglichkeit, so Oberhauser. Zuerst müsse man aber im eigenen Bereich für ausgewogene Quoten sorgen.

In der Regierung befinden sich zurzeit nur vier Frauen (25 Prozent). In der jüngeren Vergangenheit hat der Frauenanteil schon bis zu 40 Prozent betragen. Im Parlament sind von den 183 Abgeordneten des Nationalrats derzeit 57 Frauen (31,5 Prozent).

Die grüne Frauensprecherin Berivan Aslan meinte am Dienstag, man hätte im Zuge der Regierungsumbildung ein eigenes Frauenministerium schaffen sollen. Denn die letzten drei Jahre hätten gezeigt, dass die Frauenagenden unter der Zusammenlegung mit einem Großressort leiden.

Die Zusammenlegung mit dem Gesundheitsressort wurde am Dienstag im Verfassungsausschuss beschlossen, am Donnerstag wird im Plenum abgestimmt.