Wien. Langsam kommt Bewegung in die festgefahrene Debatte um die Finanzierung von Computertomographie- und Magnetresonanz-Therapie. Die Wartezeiten für MRT- und CT-Untersuchungen liegen in Wien derzeit bereits bei 12 Wochen. Zuletzt schlug die Österreichische Krebshilfe Alarm, dass Patienten mit Tumorverdacht bei Röntgeninstituten lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssten.

Am Mittwoch gab es in Wien ein Spitzengespräch zu den Kapazitätsengpässen bei CT- und MR-Untersuchungen. Dieses, mit Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser, Hauptverbandschefin (HVB) Ulrike Rabmer-Koller, Julian Hadschieff (WKÖ) und Franz Frühwald, Sprecher der Institute für Bildgebende Diagnostik für Wien und Niederösterreich, habe Bewegung in die Sache gebracht, hieß es. Die beiden Vertragspartner hätten einen Maßnahmenmix angeboten, um die Problematik der Wartezeiten zu entschärfen. Einigkeit bestand darin, dass es sowohl Akutlösungen für dringliche Fälle als auch eine nachhaltige vertragliche Lösung brauche, hieß es in einer Aussendung des Ministeriums.

Es gebe auf der einen Seite von der Wirtschaftskammer und den Radiologieinstituten das Angebot, in Ostösterreich rasch Abhilfe bei Engpässen von onkologischen CT-Untersuchungen bei Krebsverdacht zu schaffen. Auf der anderen Seite habe der Hauptverband der Sozialversicherung angeboten, umgehend die vertraglichen Vereinbarungen neu zu verhandeln, erklärte Ministerin Oberhauser.

Die Hauptverbandspräsidentin Rabmer-Koller, betonte, dass sichergestellt sein müsse, "dass jemand der eine Untersuchung braucht, diese auch bekommt". Der Hauptverband sei bereit, die Verhandlungen für einen neuen Vertrag vorzuziehen. Es müsse aber sichergestellt sein, dass es keine Vorreihung von Privatpatienten gebe und "niemand, der es dringend braucht, in der Warteschleife hängt".

Auch der Obmann der Gesundheitsbetriebe in der Wirtschaftskammer, Julian Hadschieff, bestätigte, "dass die Gespräche intensiv und vertieft fortgesetzt werden, um rasch zu einer Lösung im Sinne der Patienten zu kommen". "Es gab eine freundliche Aufnahme unseres Vorschlages, dass mit Hilfe einer Task Force, dringliche Fälle im onkologischen Bereich die notwendigen CT-Untersuchungen rasch erhalten", berichtete Frühwald, Sprecher der Institute für Bildgebende Diagnostik für Wien und Niederösterreich, nach dem Gespräch.

Eine Grundproblematik liegt darin, dass sich die Vertragspartner - Krankenkassen und die Betreiber der Institute für bildgebende Diagnostik - auf eine Deckelung der Aufwendungen für diese Untersuchungen geeinigt haben. Dies hält offenbar nicht mit den steigenden Untersuchungsfrequenzen mit. Gleichzeitig wurde die ehemalige Chefarztbewilligung für CT- und MR-Untersuchungen aufgehoben. Für den Patientenombudsmann der Wiener Ärztekammer und ehemaligen Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse, Franz Bittner, liegt die Misere im Kassenvertrag. "Das ist ein schlechter Vertrag."