Wien. Außenminister Sebastian Kurz plant für den kommenden "Integrationsbericht" einen Schwerpunkt zum Thema Radikalisierung. "Es gibt eine hohe Zahl an radikalisierten Personen, die in Österreich lebt und mit dem IS sympathisiert", so der Integrationsminister am Mittwoch: "Gerade jungen Musliminnen und Muslimen muss man klar machen, dass hier Religion missbraucht wird."

Konkrete Zahlen nennt Kurz nicht, sondern bezieht sich auf etwa 300 aus Österreich nach Syrien gegangene IS-Sympathisanten. Für den Mitte August kommenden Integrationsbericht 2016 kündigt er daher eine Strategie gegen Radikalisierung an.

Konferenz zu "Islam europäischer Prägung" 

Die Arbeit an einem "Islam europäischer Prägung" will Kurz mit einer Theologen-Konferenz im Herbst fortsetzen. Der frühere Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), Fuat Sanac, hatte diesen Begriff zuletzt noch abgelehnt.

Zweiter Schwerpunkt des Integrationsberichts soll die Flüchtlingspolitik sein. Hier kündigt Kurz eine Bilanz über die Umsetzung des im Herbst vorgestellten 50-Punkte-Integrationsplans an.