- © Fotolia/Gundolf Renze
© Fotolia/Gundolf Renze

Wien. Nach dem Ausstieg der Ärzte aus dem Pilotversuch in der Steiermark haben sich nun die Apotheken als Partner bei der E-Medikation angeboten. Unter bestimmten Rahmenbedingungen könne man diese auch alleine durchführen, ließ Apothekerkammer-Präsident Max Wellan am Mittwoch per Aussendung wissen. Ähnliches hatte zuvor Patientenanwalt Gerald Bachinger in den Raum gestellt. Allerdings machte die Apothekerkammer dieses Angebot nicht, ohne gleichzeitig eine Forderung mit auf den Tisch zu legen: Eine Umsetzung der E-Medikation in der Apotheke ohne technische Einbindung der Ärzte erfordere neue Rahmenbedingungen. So sei der Mehraufwand für die Apotheken beträchtlich und müsste abgegolten werden.

Hauptverband setzt
weiterhin auf Ärzte


Im Hauptverband der Sozialversicherungsträger wurde aber versichert, man versuche, die Gesprächsbasis mit den Ärzten wiederzufinden und wolle das Projekt weiter mit Ärzten und Apothekern umsetzen.

In der Grünen Mark sind die Ärzte vergangene Woche aus dem Pilotversuch im Bezirk Deutschlandsberg ausgestiegen. Das Projekt sei unausgereift, es gebe technische Probleme, und auch Finanzierungsfragen seien noch offen, hieß es seitens der Ärztekammer. Man habe kein Vertrauen mehr in den Hauptverband. Dieser konterte, der Grund für die Blockade liege "einzig und allein in der Frage der Finanzierung".

Der Appell der Ärztekammer: Die SVC, die zuständige E-Card-Gesellschaft der Sozialversicherung, möge eine ausgereifte Software zur Verfügung stellen und mit den Anbietern von Ordinationssoftware testen. Erst wenn dies funktioniere, sollten die Ärzte damit arbeiten. Über einen möglichen Zeitpunkt dafür wollte man in der Ärztekammer nicht spekulieren.

Das Gesundheitsministerium hat ebenfalls bereits zu Deeskalation aufgerufen, steht in dieser Kontroverse aber eher auf Seite der Ärzte. Die E-Medikation könne erst dann bundesweit eingeführt werden, wenn die niedergelassenen Mediziner mit ihrer Ordinationssoftware problemlos damit arbeiten könnten.

Bei der E-Medikation geht es um eine Datenbank, in der für jeden Patienten die vom Arzt verordneten bzw. von Apotheken abgegebenen Medikamente gespeichert werden. Sie ist Teil der elektronischen Gesundheitsakte Elga, über die Patienten Einblick in ihre Befunde und ihre Medikamentenliste bekommen. Ziel ist es, unbeabsichtigte Wechselwirkungen und Mehrfachverschreibungen zu verhindern.