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Wien. (ede) Im Alter von zehn Jahren beginnt für viele Mädchen in Entwicklungsländern ein Albtraum aus körperlicher und psychischer Gewalt. Während anderswo Mädchen in die nächsthöhere Schulstufe aufsteigen, kippen sie aus dem Bildungssystem heraus. Statt weiterlernen zu dürfen, müssen sie arbeiten. Oder sie werden zwangsverheiratet, als Teenager zu Müttern gemacht oder für Sexgeschäfte missbraucht. Aufgrund mangelnder Aufklärung sind sie einem hohen Risiko ausgesetzt, sich mit dem HIV-Virus anzustecken.

Österreich knausert mit finanzieller Unterstützung

Rund 65 Millionen zehnjährige Buben und etwas mehr als 60 Millionen zehnjährige Mädchen leben derzeit auf der Welt, fast 90 Prozent von ihnen in weniger entwickelten Ländern. Mit der nachteiligen Situation der Mädchen befasst sich der Weltbevölkerungsbericht 2016 des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA). "Beim Durchlesen ist mir schlecht geworden", sagt Berivan Aslan, Frauensprecherin der Grünen. Umso bedauerlicher finden sie und SP-Kinder- und Jugendsprecherin Katharina Kucharowits, dass Österreich offenbar kein Geld mehr dafür hat, das UNFPA-Programm zu unterstützen. Waren es 2015 noch 1,2 Millionen Euro, ist im aktuellen Budgetvoranschlag dieser Ausgabeposten nicht vorzufinden. "Österreich ist leider ziemlich knausrig", sagt Christoph Vavrik, Außenpolitiksprecher der Neos.

Der Bevölkerungsfonds der UNO fördert "eine Welt, in der jede Schwangerschaft gewollt, jede Geburt sicher und das Potenzial jedes jungen Menschen verwirklicht wird." Wenn Mädchen bessere Gesundheitsversorgung und hochwertige Bildung erhalten, können sie zur wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes beitragen, sagt Vavrik. So würden etwa Indien aufgrund von Teenagerschwangerschaften, hohen Schulabbruchraten und Arbeitslosigkeit junger Frauen 56 Milliarden Dollar im Jahr entgehen.