Wien. Wer dauerhaft im Ausland lebt und auf die Ausübung des Wahlrechts nicht verzichten möchte, muss einen gewissen bürokratischen Aufwand in Kauf nehmen. Mittels Formular müssen sich wahlwillige Auslandsösterreicher fristgerecht in das Wählerregister einer Gemeinde nachtragen lassen. Üblicherweise ist dies eine Gemeinde, zu der der Wähler einen persönlichen Bezug hat, wie beispielsweise der letzte Wohnort. Die Wiederholung der Bundespräsidentschafts-Stichwahl am 4. Dezember dürfte bei den Auslandsösterreichern allerdings auf erhöhtes Interesse stoßen.

Ließen sich für den ersten Wahlgang am 24. April noch 42.830 im Ausland wohnhafte Österreicher ins Wählerregister eintragen, so stieg die Zahl für die anstehende Stichwahlwiederholung sprunghaft an: 56.539 Auslandsösterreicher ließen sich registrieren. Das ergibt ein Plus von 32 Prozent.

Im Falle einer Wahlwiederholung sieht das Gesetz eigentlich die selbe Wählerevidenz vor wie im vorangegangenen Wahlgang. Die Neuregistrierung zusätzlicher Auslandsösterreicher wurde durch eine Gesetzesänderung und einen neuen Stichtag bzw. neue Evidenzlisten ermöglicht.

Wahlkampf und Polarisierung als Gründe für Anstieg

Im Inland kamen - durch Streichung der seit dem letzten Stichtag Verstorbenen (rund 45.000) und Hinzufügen der inzwischen 16 Jahre alt Gewordenen plus neu Eingebürgerte (rund 49.000) - 17.065 neue Wahlberechtigte dazu. Insgesamt sind im In- und Ausland 6.456.111 Personen am 4. Dezember stimmberechtigt.

Vor allem in den letzten Wochen stieg die Zahl der registrierten Auslandsösterreicher stark an. Der Grund dafür könnten der (wieder)einsetzende Wahlkampf und die starke Polarisierung der öffentlichen Debatte über die beiden Kandidaten sein. Mit Stichtag 2. November war lediglich ein Plus von 8213 Auslandsösterreichern zu verzeichnen. Auch innerhalb Österreichs aber stieg die Zahl der Stimmberechtigten ähnlich stark an, und zwar um 11.508 Personen.

Die relativ gesehen meisten Auslandsösterreicher ließen sich laut Daten der Bundeswahlbehörde des Innenministeriums in einer Vorarlberger Gemeinde registrieren (plus 41 Prozent), gefolgt von Salzburg (38 Prozent) sowie Tirol und der Steiermark (35 Prozent). Alleine in der EU und in den Efta-Staaten leben aktuell 264.199 österreichische Staatsbürger.

Anfang der 2000er Jahre lag die Zahl der registrierten Auslandsösterreicher noch bei fast 68.000 (Nationalratswahl 1999) und ging dann auf rund 50.000 Personen zurück.