Wien. Wer auch immer die Bundespräsidentenwahl am Sonntag für sich entscheidet, wird erst am 26. Jänner 2017 in die Hofburg einziehen. Denn für diesen Tag wurde die Angelobung in der Bundesversammlung festgelegt. Damit wurde sichergestellt, dass es wegen allfälliger Einsprüche zu keinen weiteren Terminproblemen kommen kann.

6.399.572 Wahlberechtigte hat das Innenministerium in der Wählerevidenz verzeichnet. Die Steigerung ist den rund 45.600 neuen Jungwählern und auch dem gesteigerten Interesse der Auslandsösterreicher an Wahlkarten zu verdanken. Allerdings hat das Interesse an Wahlkarten insgesamt gegenüber der Stichwahl am 22. Mai um 20 Prozent abgenommen: Österreichweit wurden diesmal 708.185 Wahlkarten ausgestellt (Mai: 885.437). Gestiegen ist allerdings die Zahl der ins Ausland gesendeten Wahlkarten, von 38.931 auf jetzt 54.812.

Verglichen mit dem ersten Wahlgang im April zeigt sich dennoch, dass das Interesse an der Briefwahl tendenziell weiter steigt: Denn gegenüber April wurden jetzt um 10,31 Prozent mehr Wahlkarten beantragt. Dass die Zahl der Wahlkartenwähler jetzt geringer sein würde als im Mai, hatten auch viele Meinungsforscher erwartet.

Gewählt kann am Sonntag in Wien und Innsbruck bis 17 Uhr werden. In allen anderen Landeshauptstädten ist um 16 Uhr Wahlschluss - mit Ausnahme von Bregenz. Denn Vorarlberg bleibt landesweit auch diesmal beim traditionell frühen Wahlschluss von 13 Uhr. In den Gemeinden ist fast überall aber schon früher - zum Beispiel 14 Uhr - Wahlschluss. Die ersten Wahllokale werden um 6 Uhr öffnen - und auch nur einzelne, in Euratsfeld und Wiener Neustadt (Niederösterreich), Mariazell und Mooskirchen (Steiermark). Einige folgen eine halbe Stunde später, aber in den meisten Wahllokalen geht es zwischen 7 und 8 Uhr los.

Neu ist, dass man am Sonntag das Wahlkuvert selbst in die Urne einwerfen kann und dies nicht einem Wahlbeisitzer übergeben muss. Kinder dürfen nicht in die Wahlzelle mitgenommen werden.

Weil der Verfassungsgerichtshof bei der Aufhebung der Stichwahl vom 22. Mai auch die vorzeitige Weitergabe von Teilergebnissen an Medien und Forschungsinstitute als nicht zulässig angeführt hat, werden sich auch die Hochrechnungen - auch im ORF - auf 17.30 Uhr verschieben. Das vorläufige Endergebnis (ohne Briefwahl) ist zwischen 19.30 und 20 Uhr zu erwarten. Das Ergebnis inklusive Wahlkarten wird erst am Montag feststehen.

Groß wie nie ist das Interesse der Medien aus dem In- und Ausland. Für das Pressezentrum in der Hofburg sind 750 Journalisten und Techniker akkreditiert, dazu noch 150 Politiker und Mitglieder der Kandidatenteams. Bei der Stichwahl im Mai hatten sich rund 600 Medienvertreter den Zugang zu den Redoutensälen gesichert.