Wien. Österreich hat bei der neuen PISA-Studie etwas schlechter als bei der letzten Erhebung 2012 abgeschnitten und liegt insgesamt weiter im Mittelfeld der OECD-Staaten. Dominiert werden die Ranglisten in den Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik von den fernöstlichen Staaten bzw. Regionen wie Singapur, Hongkong und Japan.

 Fast jeder dritte getestete Schüler in Österreich gehört in zumindest einem Testgebiet (Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften) zur Gruppe der Risikoschüler, die "gravierende Mängel" aufweisen. 13 Prozent sind sogar in allen drei Gebieten in dieser Gruppe zu finden.


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OECD: PISA 2015 Results
Freigegebene Aufgaben aus den PISA-Tests
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Vergleich mit anderen europäischen Ländern

Zum Vergleich: In den Nachbarländern Slowenien (23 Prozent), Deutschland (24 Prozent) und der Schweiz (26 Prozent) ist der Anteil der Risikoschüler in zumindest einem Fach deutlich kleiner. In Finnland beträgt er sogar nur 18 Prozent. Ein vergleichbares Bild zeigt sich in der Gruppe der in allen Testgebieten schwachen Schüler: Den 13 Prozent in Österreich stehen etwa nur acht Prozent in Slowenien und sechs Prozent in Finnland gegenüber.

Bei den Spitzenschülern, die auch komplexe Aufgaben lösen können, sieht es ähnlich aus: In Österreich sind 15 Prozent der Schüler in zumindest einem Testgebiet Spitze (OECD: 16 Prozent), drei Prozent in allen drei (OECD: vier Prozent). In Slowenien gehören 18 Prozent mindestens einer Spitzengruppe an, in Deutschland 19 Prozent, in der Schweiz 22 Prozent und in Finnland 21 Prozent.

Im Kurzzeit-Vergleich kaum auffällig ist das Ergebnis der Migranten: Der Abstand zwischen Schülern ohne Migrationshintergrund und Migranten ist in den Naturwissenschaften mit 70 Punkten exakt gleich geblieben und im Lesen mit 64 Punkten gegenüber 2012 (51 Punkte) etwas größer geworden. Seit der ersten PISA-Studie 2000 haben sich die Abstände zwischen diesen beiden Gruppen aber stark verringert: im Lesen von 93 auf 64 Punkte, in den Naturwissenschaften seit 2006 von 90 auf 70 Punkte. Trotzdem gehört Österreich nach wie vor zu den Ländern mit den größten Leistungsnachteilen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

Insgesamt hat seit 2000 der Anteil der Migranten in der Schülerschaft stark zugenommen - in der PISA-Stichprobe gab es eine Verdoppelung auf 20 Prozent. International ist dieser Migrantenanteil relativ hoch: Im OECD-Schnitt beträgt er 12,5 Prozent. Wesentlich höher liegt er etwa in der Schweiz (31 Prozent) und Kanada (30 Prozent), auf vergleichbare Werte kommen die USA (23 Prozent), Deutschland und Großbritannien (je 17 Prozent).