Das Ergebnis: Der Großteil der über 2000 Befragten gab an, mittels Crowdworking das eigene Einkommen aufzubessern. Fünf Prozent der Befragten erledigt mindestens ein Mal wöchentlich bezahlte Arbeit über Crowdworking-Plattformen. Rund elf Prozent generieren dort die Hälfte ihres Einkommens, für zwei Prozent ist es die Haupteinnahmequelle. Abgerechnet wird auf Honorarbasis. Die Plattformen bekommen bis zu 20 Prozent Vermittlerprovision.

Das alles sieht die AK kritisch. "Auf vielen Plattformen wird so getan, als würden die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) die Arbeitsverträge ersetzen", sagt Kuba. Auf manchen Plattformen sei es den Auftragnehmern laut AGB etwa verboten, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Zudem herrsche kaum Transparenz gegenüber öffentlichen Behörden und sehr wenig Rechtssicherheit für die digitalen Arbeiter. Ein Viertel der Arbeitszeit bestehe zudem aus unbezahlter Auftragssuche. Und: Oft wissen die Arbeitnehmer nicht, für wen sie eigentlich arbeiten.

Von Österreich bis Indien


Freie Zeiteinteilung, kreative Tätigkeit, arbeiten von Zuhause, schnelles Geld, keine Chefs - das ist die Sonnenseite dieser neuen digitalen Arbeitswelt. Wenn man sich im hochqualifizierten Segment bewegt, sind die Einkommen zudem sehr verlockend. Befragte der Studie der Universität Hertfordshire in Österreich gaben allerdings an, dass vor allem die "schlechte Bezahlung" ein Nachteil sei. Auf vielen Plattformen konkurrieren die Auftragnehmer mit Crowdworkern auf der ganzen Welt. Und während in Indien ein Stundenlohn von drei Euro hoch ist - dort ist die Szene besonders schnell gewachsen -, reicht das in Österreich kaum zum Überleben.

Zudem stünden viele unter dem Druck, immer verfügbar zu sein, die Arbeit schnell, gut und möglichst billig zu erledigen, erklärte der Wiener Soziologie-Professor Jörg Flecker im Rahmen einer Veranstaltung der Gewerkschaft. Von der Kundenbewertung hängt der nächste Auftrag ab, also ist jeder um seine fünf Sterne bemüht.

Die Auftraggeber sind laut Studie übrigens genauso divers wie nachgefragte Arbeit: von internationalen IT-Unternehmen bis hin zu Niedrigverdienern, die um ein paar Euro die Stunde ihre Wohnung geputzt haben möchten. Nur vier Prozent der Auftraggeber in Österreich gaben in der Umfrage an, dass sie mehr als 60.000 Euro pro Jahr verdienen. 45 Prozent verfügen über weniger als 18.000 Euro jährlich.

"Man muss das Problem auf EU-Ebene angehen", sagt Sylvia Kuba, da viele Plattformen international agieren. Zudem fehlen in Österreich rechtliche Rahmenbedingungen und Kontrollmechanismen, die Lohndumping auf diesem Gebiet verhindern sollen und die Rechte der Arbeitnehmer wahren.