Wien. Gemischt sind die Reaktionen auf die Pläne von Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) für eine generelle Studienplatzfinanzierung samt damit verbundenen Platzbeschränkungen ausgefallen: Während es von Universitätenkonferenz (Uniko) und Heinz Engl, Rektor der Universität Wien, in Aussendungen Applaus gab, ist die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) gespalten: Die linken Studentenvertreter lehnen Zugangsbeschränkungen ab, die AG (die ÖVP-nahe Studentenfraktion) sieht Kern "in der Gegenwart angekommen".

Für Uniko-Präsident Oliver Vitouch zeugen Kerns Pläne von "Dynamik, Vision und dem Wunsch zu gestalten", sein Bekenntnis zu einer Studienplatzfinanzierung mache Hoffnung auf eine Auflösung der lange währenden Blockaden zwischen SPÖ und ÖVP in der Hochschulpolitik.

Abschied von Gesamtschule


Die Vorschläge zur Bildung beinhalten nach Meinung des Thinktanks Agenda Austria zwei große positive Schritte. Denn die SPÖ verabschiede sich erstens vom ewigen Streitthema Gesamtschule und möchte dafür sorgen, dass alle Kinder gute Bildungschancen haben: zwei verpflichtende, kostenlose Kindergartenjahre; Geld für die Schulen nicht nach dem Gießkannenprinzip, sondern nach einem Sozialindex; Anreize für besonders gute Lehrer, an sogenannten "Problemschulen" zu unterrichten. Zweitens: Etwas zwischen den Zeilen versteckt, tritt der Kanzler dafür ein, dass das gesamte Bildungswesen zur Sache des Bundes wird. Dies und der klar festgehaltene Wille, dass Österreich im internationalen Vergleich Spitzenplätze anstreben soll, sind aus Sicht der Agenda Austria sehr zu begrüßen.