Wien. 37.500 Asylverfahren pro Jahr soll Österreich abwickeln, nicht mehr. So beschloss es die Regierung, und 2016 wurde der Richtwert nicht überschritten. Zwar gab es 2016 insgesamt 42.073 Asylanträge, davon wurden aber nur 27.254 oder 64,8 Prozent zum Verfahren zugelassen. In diesen Fällen erklärte sich Österreich zuständig für die Abwicklung des Asylverfahrens. 14.819 Fälle oder 35,2 Prozent blieben offen, sie werden ins Jahr 2017 mitgenommen.

12.987 Fälle davon befinden sich in einem laufenden Dublin-Verfahren. Für diese Verfahren könnten andere EU-Mitgliedsstaaten zuständig sein, entsprechende Konsultationen dazu werden derzeit geführt. In den verbleibenden 1.832 Fällen ist die Zulassung nicht erfolgt, da entweder noch das Alter der Asylwerber geklärt werden muss, wegen der kurzen Zeit seit der Antragstellung noch keine Zulassungsentscheidung getroffen wurde oder das Dublin-Verfahren abgeschlossen und die Zuständigkeit eines anderen EU-Staats festgestellt wurde.

Zu 96 Prozent erfüllt

Darüber hinaus wurden 2016 auch 8.776 Verfahren zugelassen, bei denen der Asylantrag bereits 2015 erfolgt war. In Summe ergibt das laut Innenministerium mit Stichtag 31. Dezember 2016 eine Zahl von 36.030 zum Verfahren zugelassenen Personen, die für die Berechnung der Obergrenze von 37.500 relevant sind. Damit ist die von der Regierung verordnete Kapazitätsobergrenze von 37.500 Asylverfahren zu 96 Prozent erfüllt.

Für 2017 wurde diese Kapazitätsgrenze mit 35.000 Verfahren festgelegt, wobei die ÖVP zuletzt eine Halbierung auf rund 17.000 forderte. Die Asylantragszahlen bewegten sich "weiterhin auf hohem Niveau", wie Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) festhält. Zwar gebe es gegenüber 2015 einen deutlichen Rückgang, gegenüber 2014 sei jedoch eine Steigerung von 49,9 Prozent und zu 2013 (17.503 Asylanträge) sogar ein Plus von 140,4 Prozent zu verzeichnen.

10.000 Flüchtlinge verließen Österreich

Die meisten Flüchtlinge kamen wie schon im Vorjahr aus Afghanistan, Syrien, Irak, Pakistan und Iran.

10.677 Personen haben Österreich 2016 wieder verlassen. 5.797 reisten freiwillig aus, 4.880 Personen wurden zwangsweise außer Landes gebracht. 2.582 davon landeten in Dublin-Mitgliedsstaaten, 2.298 ins anderen Ländern.