Es wäre dringend notwendig, die Wege für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu verkürzen. Es braucht eine Deutsch-ab-dem-ersten-Tag-Philosophie, ein differenziertes Alphabetisierungsangebot und wir müssen einen stärkeren Fokus darauf legen, was die Menschen mitbringen. Mehr berufsbezogene Deutschkurse fände ich auch wünschenswert. Und es braucht mehr Forschung sowie eine für ganz Österreich zentrale Bedarfserhebung und Evaluation der angebotenen Deutschkurse.

Was bedeutet für Sie ab dem ersten Tag - bezieht sich das auf die Zuerkennung von Asyl oder subsidiärem Schutz oder auf die Zulassung zum Asylverfahren?

Ab dem ersten Tag, wo eine Person bereit ist, einen Kurs zu besuchen. Nicht jede Person ist in der Lage, nach einer Fluchterfahrung oder nachdem sie migriert ist, sofort in einen Deutschkurs zu gehen. Da gibt es so viele existenzielle andere Fragen.

Sind die Mittel entsprechend dem gestiegenen Bedarf an Deutschkursen erhöht worden?

Der Bedarf ist sehr hoch. Wir könnten mehr machen. Ich weiß allerdings, dass sich alle sehr bemühen. Wir müssten aber ein bisschen über unseren Schatten springen, denn ich kenne kein Argument, das dagegen spricht, warum jemand nicht gratis und so viel er oder sie will an Deutschkursen teilnehmen soll.

2016 nahmen 10.000 Personen an Deutschkursen der Wiener Volkshochschulen teil. Rund 5000 Menschen, davon etwas mehr als 2200 Jugendliche) besuchten einen der 503 Alphabetisierungs- und Basisbildungskurse.

An der VHS Ottakring wurden im Vorjahr rund 1000 Menschen alphabetisiert, besuchten einen Basisbildungs- oder Deutschkurs, wobei rund drei Viertel der Teilnehmer in Deutschkursen eingeschrieben waren.

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