Jacqueline Kappel hat sich für ein Zitat der pakistanischen Kinderrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai entscheiden: "Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern." Wichtig ist aber, dass während des Vortrags zwischen Deutsch und einer zweiten Sprache, wobei es egal ist, welche, gewechselt wird. Je öfters, desto besser, wer nicht einfach nur seine Rede hintereinander in zwei Sprachen vorträgt, sondern oft alterniert, bekommt von der Jury mehr Punkte. Auch Jaqueline Kappel hat sich für die schwierigere Variante entschieden, wobei sie sehr auf die Ausgewogenheit der einzelnen Sprachblöcke geachtet hat.

Großer Schatz

Auch Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky saß bei der ersten Endrunde im Publikum. Für ihn stellt Mehrsprachigkeit einen "großen Schatz und eine große Bereicherung für jeden Menschen" dar. Mehrsprachigkeit sei das Aushängeschild jeder modernen Großstadt. Für die Teilnehmer des Rhetorikwettbewerbs sei bereits jetzt Realität, was der Bildungsstadtrat als sein Ziel für ganz Wien sieht. Denn jedes Kind in Wien solle in Zukunft neben Deutsch mindestens zwei weitere Sprachen erlernen. Dies fördere nicht nur Kreativität, sondern verbessere auch die Chancen am Arbeitsmarkt, so Czernohorszky.

Integrationsstaatssekretärin Muna Duzdar, die dem Redewettbewerb ebenfalls beiwohnte, zeigt sich von dem Projekt begeistert. "Mehrsprachigkeit ist für mich eine große Bereicherung, die in unserer Gesellschaft und Wirtschaft von großer Bedeutung ist. Ich bin selbst mehrsprachig aufgewachsen und habe davon sehr profitiert", so Duzdar.

Die Schüler haben noch bis Anfang März die Gelegenheit, einander in multilingualer Rhetorik zu übertrumpfen. Die 15 Gewinner werden am 14. März bei der Preisverleihung im Festsaal des Wiener Rathauses bekannt gegeben. Als Preis winkt ihnen eine Gruppenreise in eine europäische Stadt. Sechs der Gewinner des vergangenen Jahres stammten übrigens aus Wien. Sie sprechen neben Deutsch Pashto, Türkisch, Aserbaidschanisch, Chinesisch und Hebräisch.