Wien. Österreich trauert. Sabine Oberhauser ist am 24. Februar im Alter von 53 Jahren der Krebskrankheit erlegen. Sie hat bis zum Schluss gekämpft, umso betroffener zeigten sich noch am Donnerstagabend und auch am Freitag die Spitzenrepräsentanten der Republik über den Tod der Gesundheits- und Frauenministerin. Oberhauser war seit September 2014 Gesundheitsministerin und seit Mai 2016 auch Frauenministerin.

Am Hohen Haus wurden die Fahnen für zwei Tage auf halbmast gesetzt. In der Präsidiale am Freitag wurde bereits eine Trauerminute abgehalten, so wie auch bei der Nationalratssitzung am kommenden Mittwoch der früheren Abgeordnetenkollegin - Oberhauser war von 2006 bis 2014 Abgeordnete der SPÖ zum Nationalrat, als Sozialsprecherin und als Gesundheitssprecherin - gedacht werden wird. Auch an Regierungsgebäuden in Wien wurden schwarze Flaggen gehisst und die Fahnen auf halbmast gesetzt.

Im Gesundheitsministerium wurde ein Kondolenzbuch aufgelegt, in das sich die Bevölkerung noch von Montag bis Mittwoch (von 8.00 bis 16.00 Uhr) eintragen kann. Außerdem kann die Anteilnahme auch in einem Online-Kondolenzbuch ausgedrückt werden. Die Bestattung Wien hat auf Initiative des Ministeriums ein solches eingerichtet. Es ist unter www.trauerportal.at aufrufbar. Auf der Startseite ist ein Foto der verstorbenen SPÖ-Politikerin zu sehen. Außerdem wurde ein Zitat aus ihren Facebook-Wetterberichten eingefügt: "3 Grad und es regnet. Wieder einmal Zeit für Sonnenschein im Herzen und ein Lächeln für einen Fremden." Das Kondolenzbuch wird später der Familie als Buch übergeben.

Wie beliebt Oberhauser bei den Regierungskollegen und -kolleginnen war, zeigen die sehr persönlichen Reaktionen auf ihr Ableben. "Ihre Fröhlichkeit, ihre Kompetenz und ihr Engagement werden uns fehlen", sagte etwa Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der ebenso wie Bundeskanzler Christian Kern und die anderen SPÖ-Regierungsmitglieder kurz nach der Eröffnung den Opernball verlassen hat. Vizekanzler Reinhold Mitterlehner und den ÖVP-Ministern oblag es, sich der Staatsgäste anzunehmen.

Bereits am Freitagvormittag fand sich Bundeskanzler Kern mit Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) beim Bundespräsidenten ein. Stöger wurde interimistisch mit den Agenden der verstorbenen Gesundheitsministerin betraut. In einer Stellungnahme nach dem Akt in der Hofburg sagte der Bundeskanzler und SPÖ-Vorsitzende, dass man erst nach einer mehrtägigen Trauerphase die Nachfolge Oberhausers parteiintern besprechen werde. Vor den Beisetzungsfeierlichkeiten sei die Frage der Nachfolge kein Thema. "Jede Form der Spekulation ist sinnlos."

Offiziell wurde Stöger, der bereits seit 15. Februar das Ressort mitbetreut und vor Oberhauser selbst Gesundheitsminister war, mit Handschlag und Unterschrift "mit der Fortführung der Verwaltung des Ministeriums" betraut.

Nach einer kurzen Besprechung traten Van der Bellen und der Kanzler noch einmal vor die Öffentlichkeit, um ihre Trauer auszudrücken: "Das sind immer Tage, die nicht leicht sind", merkte ein nachdenklicher Bundespräsident an. "Wir werden Ministerin Oberhauser sehr vermissen und uns sagen, das Leben geht weiter", meinte Van der Bellen weiter - "aber an solchen Momenten ist man schon erinnert, wie endlich das Leben ist von uns allen."

Kondolenzbekundungen kamen bereits am Donnerstagabend von allen Fraktionen des Hohen Hauses und auch von der Gewerkschaft, deren Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende sie war. Am Freitag erklärte Clemens Martin Auer, Sektionschef im Gesundheitsministerium, für das Haus: "Wir verlieren mit Sabine Oberhauser eine beeindruckende Politikerin, eine wunderbare Chefin und einen liebenswerten Menschen." Auch Christoph Kardinal Schönborn zeigte sich "tief beeindruckt" über "ihre mutige, optimistische und offene Art und Weise, wie sie mit ihrer Krebserkrankung umgegangen ist".