Wien. Die von der offiziellen Grünen Studentenfraktion GRAS (Grüne und Alternative StudentInnen) abgespaltenen Grünen Studierenden werden bei der ÖH-Wahl von 16. bis 18. Mai nicht bundesweit antreten. Außerdem verzichte man auf lokale Kandidaturen an jenen Hochschulen, an den die GRAS bisher angetreten ist, teilten sie in einer Aussendung am Mittwoch mit.



Als Grund wird "der immense Druck und die Klagsdrohungen gegenüber den Jungen Grünen und den Grünen Studierenden" angeführt, Die Grünen hatten am Wochenende ihrer eigenen Jugendorganisation, den Jungen Grünen, sowie den Grünen Studierenden Klagen bei einem Antreten unter diesem Namen in Aussicht gestellt.

In Graz und Linz bleiben Kandidaturen

Anders sieht es an anderen Hochschulstandorten aus. "In Graz und Linz, wo wir seit Jahren tief verwurzelt sind, werden wir auch weiterhin kandidieren", so Johannes Steiner, Sprecher der Grünen Studierenden. "An der Uni Graz stellen die Grünen Studierenden die größte ÖH-Fraktion dar und sind die österreichweit einzige Grüne Hochschulgruppe, die zuletzt drei ÖH-Wahlen in Folge gewonnen hat. Auch die bestehenden Gruppen an der Kunst Uni Graz, Med Uni Graz und JKU Linz werden wieder kandidieren. Außerdem werden die Grünen Studierenden an weiteren Hochschulstandorten antreten, wo die GRAS nicht kandidiert."

Prinzipiell seien auch GRAS-Mitglieder bei den Grünen Studierenden willkommen, betonte Steiner. "Wir hoffen, es wird auch umgekehrt irgendwann der Fall sein. Wir erwarten uns, dass die GRAS nicht mit Fake-Listen die beiden bestehenden, sehr erfolgreichen Gruppen in Graz und Linz gefährden und einer starken Studierendenvertretung schaden wird", so Steiner: "Wir hoffen auch, dass unser Entgegenkommen als Kompromiss und Geste des Guten Willens wahrgenommen wird."

Die Grünen Studierenden hatten sich im Herbst von der GRAS abgespalten. Als Grund nannten sie in ihrer Gründungserklärung den "organisatorischen Zerfall" und "inhaltlichen Verfall" der GRAS. Auch organisatorische Fragen spielten eine Rolle: So habe die GRAS etwa das Konsensprinzip verankert und akzeptiere keine Mehrheitsentscheidungen. "Das absolute Konsensprinzip, mit dem selbst Mehrheiten von 90 Prozent nichts bewegen und winzige Gruppen alles blockieren können, halten die Grünen Studierenden für undemokratisch", heißt es etwa in der Aussendung. "Wir brauchen eine starke Grüne Studierendenorganisation und nicht eine kleine, von der Partei leicht kontrollierbare Gruppe", so Co-Sprecherin Franziska Decker. Die GRAS bestehe aus bundesweit 20 bis 40 aktiven Personen, während die Grünen Studierenden über 400 aktive Mitglieder für notwendig hielten, wenn die ÖH und Studierenden-Interessen wieder an Gewicht gewinnen sollten. Nach eigenen Angaben haben die Grünen Studierenden derzeit 100 aktive Mitglieder.