Wien. Das Verbot religiöser Symbole - dazu gehört auch das Kopftuch - am Berufsförderungsinstitut (BFI) in Graz könnte nun ein juristisches Nachspiel haben, berichtet die "Kleine Zeitung". Eine Deutschtrainerin, die Kopftuchträgerin ist, hat nun angekündigt, bei der Gleichbehandlungskommission zu klagen.

Helga Suleiman ist freie Dienstnehmerin beim BFI. Damit sie weitere Aufträge bekommt, sei ihr vom Vorgesetzten nahegelegt worden, das Kopftuch abzulegen. "Es wurde auch erwähnt, dass man über eine Anstellung reden kann, aber nur, wenn ich das Kopftuch runtergebe, weil man Frauen wie mich, mit meinen Kompetenzen, unbedingt brauchen würde", sagte sie dem ORF. Sie empfinde das Kopftuchverbot als diskriminierend und wolle auch juristisch dagegen vorgehen. "Ich werde auf jeden Fall weiter vorgehen, weil es ist ein Schlag ins Gesicht der muslimischen Frauen." Das Kopftuch abzulegen, komme für sie nicht in Frage.

Reaktion auf EuGH-Urteil


Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) hatte das Berufsförderungsinstitut Graz als erstes heimisches Unternehmen mittels einer internen Weisung das Tragen sämtlicher religiöser Symbole in der Diensteinrichtung untersagt. Wie berichtet, war der EuGH in seinem Urteil rund um zwei Klagen aus Belgien und Frankreich zum Schluss gekommen, dass ein Kopftuchverbot am Arbeitsplatz nicht zwingend diskriminierend sein muss. Das allerdings nur, wenn das Verbot das Tragen aller religiösen, politischen oder weltanschaulichen Symbole betrifft.